Verärgerte Bosse

von Günther Jakobsen12:56 Uhr | 29.12.2014

Die Manager der Manchester-Klubs beklagten den hohen Kräfteverschleiß, dem die Profis am Jahresende ausgesetzt sind. Chelseas Chefcoach Jose Mourinho hielt sich an den Referee.

"Ich werde zum Schiedsrichter gehen, ihm ein gutes neues Jahr wünschen und ihm sagen, dass er sich schämen soll", wetterte Jose Mourinho. Anlass seines Ärgers war die Szene aus der 55. Minute, als Fabregas nach Kontakt mit Targett im Strafraum zu Boden ging. Anstatt eines Elfmeters für Chelsea gab es jedoch die gelbe Karte für Fabregas: "Schwalbe", meinte Schiedsrichter Taylor. "Nach jedem Spiel erklären Trainer, dass Chelsea-Spieler ´Diver´ sind. Das ist eine Kampagne gegen Chelsea", erregte sich der "Blues"-Manager. Die beiden Tore fielen vor der Pause: Southampton, vor dem Seitenwechsel energischer als die Gäste, ging in Führung, nachdem Tadics Heber auf Mane Chelseas Abwehr ausgehebelt hatte. Der Senegalese behielt frei vor Gästekeeper Courtois die Nerven (17.). Eine starke Einzelleistung Hazards, der seinen Sololauf mit einem Schuss ins lange rechte Eck abschloss, führte den Endstand herbei (45.). Das 1:1-Remis des Tabellenführers bei Southampton FC blieb ohne Folgen. Die Verfolger kamen ebenfalls nicht über Punkteteilungen hinaus.

Luis van Gaal, beim Tabellendritten Manchester United am Schaltpult, wertete das torlose Unentschieden bei Tottenham Hotspur wie eine Niederlage: "Wir haben zwei Punkte verloren." Der Niederländer erklärte die ersten 45 Minuten zwar zur besten Saisonleistung der "Red Devils", kritisierte dann aber den Weihnachtsspielplan der Premier League : "Die zweite Halbzeit war eine Qual. Spieler können nicht in 48 Stunden regenerieren." Manchester City hatte noch mehr Grund, ins gleiche Horn zu stoßen. Manuel Pellegrinis Mannen führten zur Halbzeit mit 2:0 gegen Burnley FC (23., Silva/33., Fernandinho), wurden jedoch durch Gegentreffer von Boyd (47.) und Barnes (81.) noch abgefangen. "Es war klar, dass wir die hohe Intensität in der zweiten Halbzeit nicht halten konnten. Das ist schwierig für alle Teams, aber für uns besonders, nach dem West Bromwich-Spiel auf schwerem Boden", erklärte Pellegrini. "Möglicherweise haben wir nach dem 2:0 aber auch gedacht, die Sache ist durch", räumte der Chilene ein. Von den zahlreichen Punkteteilungen der Spitzenteams profitierte Arsenal FC, dank eines 2:1-Auswärtsdreiers bei West Ham United. Ein Doppelschlag (41., Cazorla/44., Welbeck) hatte den "Gunners" den Weg geebnet, Kouyate (54.) stellte lediglich noch den Anschluss für West Ham her. Schlusslicht Leicester City bekam Rückenwind: Mit dem 1:0-Sieg (32., Mahrez) bei den Hull City Tigers gewann man Anschluss an das Feld der anderen Abstiegskandidaten.

André Schulin



Wir haben keine Chance, aber die Chance, die wir haben, müssen wir nutzen, damit wir eine Chance haben.

— Francisco Copado