Vier Erstligisten raus

von Günther Jakobsen12:30 Uhr | 05.08.2013

Derweil die Freitags- und Samstagsspiele noch weitestgehend erwartbare Resultate auswarfen, war der Sonntag gespickt mit den ´eigenen Gesetzen des Pokals´, die in beachtlichem Umfang zugunsten der Underdogs ausschlugen.

Vor den abschließenden vier Begegnungen der 1. Hauptrunde vermeldete die Pokal-Saison 2013/14 schon etliche Favoritenstürze. An den beiden ersten Spieltagen hielten sich die Überraschungen noch im Rahmen - lediglich Drittligist VfL Osnabrück schaffte es, den klassenhöheren FC Erzgebirge Aue aus dem Rennen zu werfen. Mittelfeldspieler Daniel Nagys Doppelpack trug entscheidend dazu bei, den 3:0-Sieg der Lila-Weißen einzufahren. Eingetrübt wurde der Erfolg durch die schwere Gesichtsverletzung Adriano Grimaldis, die sich der VfL-Stürmer bei einem Zusammenprall mit Aues Keeper Sascha Kirschstein zuzog. Sportlich kamen drei Gastgeber besonders schwer unter die Räder: Der SV Lippstadt 08 (Reg. West) fing sich gegen Bayer Leverkusen eine 1:6-Packung ein; die Neckarsulmer Sport-Union (Verbandsliga Württemberg) mit dem 0:7 gegen den 1. FC Kaiserslautern und der Bremen-Ligist SG Aumund-Vegesack (0:9 gegen die TSG Hoffenheim) mussten deftige Niederlagen einstecken.

Am Sonntag schlug dann die Stunde der Außenseiter. In den 13 Spielen setzte sich in sechs Fällen der unterklassige Verein durch, dabei blieben vier Bundesligisten auf der Strecke. Eine fatale Serie legte Werder Bremen hin. Die Grünweißen scheiterten nun zum dritten Mal in Folge in der 1. Runde an einem Drittligisten. Diesmal war Endstation beim 1. FC Saarbrücken, der auf eigenem Platz einen 3:1-Sieg (n.V.) feierte. „Wir mussten mit ansehen, wie uns ein Team aus der Dritten Liga in einigen Bereichen den Schneid abkaufte“, zürnte Geschäftsführer Thomas Eichin. Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig blieb offensiv viel zu harmlos, um auf einen Erfolg bei Arminia Bielefeld hoffen zu dürfen. Tim Jerats verwandelter Handelfmeter (72.) markierte somit den aufgrund der starken ersten Hälfte verdienten 2:1-Erfolg der Arminen. Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Nürnberg zogen jeweils durch ein 4:5 nach Elfmeterschießen den Kürzeren. Die Gladbacher mussten sich den drittklassigen „Lilien“ von Darmstadt 98 beugen, derweil der Club Zweitligist SV Sandhausen unterlag. „Darmstadt hat defensiv sehr gut gestanden“, zollte Gladbach-Coach Lucien Favre den „Lilien“ Respekt. FCN-Trainer Michael Wiesinger monierte, dass seine Elf ihre technischen Vorteile nicht ausspielen konnte und sich nach der 1:0-Führung in einen Pokalfight verwickeln ließ. Julian Schauerte glich dann für den SVS aus. „Es war auch Nervenstärke gefragt und da waren wir heute nur der zweite Sieger“, kommentierte Wiesinger den für die Franken ungünstigen Ausgang. Unverhofft kam zudem das Aus der beiden Zweitligisten FC St. Pauli (0:1) bei Drittligist Preußen Münster und Fortuna Düsseldorf. Die Fortunen strichen gegen Regionalligist SC Wiedenbrück die Segel, dessen 1:0-Siegtreffer vom US-Amerikaner Matthew Taylor markiert wurde.

André Schulin



Ich wurde mein ganzes Leben nur angeschossen.

— Raphael Schäfer ach starker Leistung im Testspiel gegen den Chemnitzer FC