Neben den Comeback-Aktivitäten der drei Letztplatzierten steht das Kopf-an-Kopf-Rennen der zahlreichen Europa-League-Bewerber im Mittelpunkt des 21. Spieltags.
Während Jupp Heynckes beim FC Bayern sich darum Gedanken macht, wie er die Einsatzzeiten seines üppig bestückten Kaders verteilt, hat sein Pendant vom Samstag, Jens Keller, gegenteilige Probleme. Nach den Ausfällen mehrerer Leistungsträger muss der Schalker Coach nun auch den an einer Augenverletzung leidenden Huntelaar ersetzen. „Es bringt nichts, zu jammern. Jetzt müssen andere Spieler in die Bresche springen“, kommentiert Keller knapp. Die Chancen der „Knappen“, ihren derzeitigen Europa-League-Rang (Platz 6/29 Punkte) über das Wochenende zu retten, stehen indes schlecht. Gleich vier Teams stehen in Schlagdistanz bereit, eine Niederlage zum Überholen zu nutzen:
Borussia Mönchengladbach (7/29)
- allerdings treffen die „Fohlen“ auf Angstgegner Bayer Leverkusen. Seit 20 Heimspielen konnte man die Werkself nicht mehr bezwingen.
SC Freiburg (8/28)
- die Breisgauer erwarten zum Spieltagsabschluss Fortuna Düsseldorf. Mit Afrika-Cup-Rückkehrer Makiadi steht ein Akteur des erfolgreichen SC-Mittelfeldes wieder zur Verfügung.
Hamburger SV (9/28)
- die Hanseaten müssen zum BVB, der die 2:3-Hinspielpleite noch im Gedächtnis hat. „Nach dem Hinspiel standen wir etwas bedröppelt da und dachten, die Punkte holen wir uns im Rückspiel zurück“, meint Jürgen Klopp.
Hannover 96 (10/26)
- mit den Hoffenheimer Gästen empfängt Hannover (39) das einzige Team, das noch mehr Gegentreffer (44) kassierte. Mirko Slomka merkte allerdings an, dass das Toreschießen gegen die defensiv verbesserten Kraichgauer schwieriger werden könnte: „Dass es jetzt deutlicher schwerer geworden ist, haben wir in der letzten Woche gesehen.“ Um die „Roten“ auf Sicht wieder in das obere Tabellendrittel zu bringen, sei ein Sieg gegen die TSG allerdings Voraussetzung: „Das ist Pflicht, das ist allen klar.“
Die Begegnung VfB Stuttgart gegen Werder Bremen bringt zwei Mannschaften zusammen, die durch mangelnde Konstanz immer wieder zurückgeworfen wurden. Nach zuletzt vier Niederlagen liegt der größere Druck bei den Schwaben. Martin Harnik, der gegen seine Ex-Kollegen von der Weser wieder mitmischen wird, glaubt, dass der VfB kurzfristig wieder in die Erfolgsspur zurückfinden kann: „Wir müssen unseren Fußball nicht neu erfinden und uns nicht komplett ändern, es sind lediglich Feinheiten.“
Da die Kellerkinder der Liga unterm Strich einen ordentlichen Rückserienstart hatten, zumindest jedoch Moral zeigten, müssen Mannschaften wie Wolfsburg, die Fortuna und Nürnberg den Blick vorsichtig auch nach hinten richten. Den „Wölfen“ steht die Bewährungsprobe bei den „Kleeblättlern“ von Greuther Fürth bevor, die dank ihres Auswärtssieges in Gelsenkirchen Auftrieb und Punkte sammelten. Und der 1. FC Nürnberg reist zu den heimstarken Frankfurtern. Augsburgs jüngste Erfolgsserie (vier Spiele ohne Niederlage) dürfte auch beim FSV Mainz notiert worden sein, der am Sonntagnachmittag in der SGL-Arena antritt. Thomas Tuchel bezeichnet den FCA jedenfalls als „Stabil und auch spielstark.“
Wir haben in Italien ein Sprichwort: The Cat is in the Sack, but the Sack is not closed yet.
— Giovanni Trapattoni als Nationaltrainer Irlands vor der EM-Quali für 2012.