Beide Mittwochspiele mündeten in Elfmeterschießen. Leverkusen zog dabei den Kürzeren gegen die Bayern, während Bielefeld seinen Triumpfzug im Pokal durch einen Erfolg über Gladbach fortsetzte.
Das war in dieser Form nicht zu erwarten: Drittligist Arminia Bielefeld hatte zwar schon die Bundesligisten Hertha BSC und Werder Bremen aus dem Pokal gekegelt, dass Norbert Meiers Mannschaft jedoch die Gladbacher nicht nur ebenfalls bezwang, sondern spielerisch auf gleichem Level agierte, verblüffte auch Gästecoach Lucien Favre: "Wir haben probiert, Fußball zu spielen, aber sie waren sehr gut organisiert und wir haben nicht die Lücke gefunden." Als Junglas in der 26. Minute nach guter Angriffsaktion zum 1:0 traf, hatten sich die in der Anfangsphase noch zurückhaltenden Arminen die Führung bereits verdient. Ein unsinniges Handspiel von Müller verhalf den Gästen zur Ausgleichschance per Strafstoß, die Kruse sicher nutzte (32.). Aus dem Spiel heraus waren in der Folgezeit eher die Gastgeber einem weiteren Treffer näher, derweil die feldüberlegenen Borussen erst ausgangs der regulären Spielzeit gefährlich vor dem Bielefelder Kasten auftauchten. Arminen-Keeper Schwolow konnte sich mit einer starken Parade gegen Traorés Schuss auszeichnen (90.). In der Verlängerung schien Gladbach die größeren Kraftreserven zu haben, zum Siegtreffer reichte es jedoch nicht. Es kam zum Elfmeterschießen, das für die Gäste gleich schlecht begann, da Raffaels Schuss das Tor deutlich verfehlte. Nachdem Sommer den Versuch des fünften Bielefelder Schützen (Lorenz) abwehrte - bis dahin hatten alle Akteure getroffen - war die Sache wieder offen. Kruse (MG) und Burmeister (Arminia) setzten das Nervenspiel zugunsten der Schützen erfolgreich fort, doch bei Traorés Elfer flog Schwolow in die richtige Ecke und machte die Sensation perfekt.
Torchancen sprangen beim Kräftemessen zwischen Leverkusen und dem FC Bayern in der ersten Halbzeit nur wenige heraus; dieses Duell überzeugte von Beginn an eher durch die Kompaktheit beider Teams. Lenos Rettungstat gegen Müller (40.), der aus sechs Metern abzog, strahlte noch die größte Torgefahr aus. Nach dem Seitenwechsel aber wurde es hitziger und Bayer hatte zunächst Glück, dass ein Kopfballtreffer Lewandowskis wegen angeblichen Foulspiels nicht anerkannt wurde (60.). Fünf Minuten später öffnete sich Bellarabi nach gutem Kombinationsspiel frei vor Neuer die große Führungschance - der Münchner Keeper parierte jedoch prächtig. Beide Torhüter mussten ihre Klasse noch in weiteren Situationen demonstrieren; die Spannung nahm ständig zu. In der Nachspielzeit übertrieb Thiago den Einsatz - mit der Gelben Karte war der Brasilianer für seine Kung-Fu-Aktion gegen Kießling billig davongekommen. Die Verlängerung bot größere Spielanteile und Torchancen für die Bayern, vor allem Götze ließ eine Top-Möglichkeit aus (98.). Die letzte Riesengelegenheit, das Elfmeterschießen zu vermeiden, verpassten jedoch die Gastgeber, als Brandt nach einem langen Sprint die Kraft zu einem konzentrierten Abschluss fehlte (118.). Der erste (Fehl-) Schuss sollte dann gleich entscheidend sein: Drmic scheiterte an Neuer, alle anderen Schützen trafen und Bayern war damit im Halbfinale.
Die nachfolgende Auslosung bescherte den Münchnern ein Heimspiel gegen Dortmund, während Wolfsburg der nächste Arminen-Konkurrent auf der Alm wurde.
Was Sie hier sehen, ist möglicherweise die Antizipierung für das, was später kommt.
— Wilfried Mohren.