Nicht aussichtslos, aber auch nicht unkompliziert: Der FC Bayern brachte sich mit einer zum großen Teil selbstverschuldeten 1:3-Niederlage in Porto in eine schwierige Situation. Mindestens ebenso problematisch dürfte die Aufgabe für Paris St. Germain werden, nach der 1:3-Heimpleite gegen Barca noch das Halbfinale zu erreichen.
Ein ausgewachsener Fehlstart in das Auswärtsspiel beim FC Porto warf den FC Bayern komplett aus der Bahn. Xabi Alonsos katastrophaler Ballverlust gegen Jackson zwang Neuer zu einem riskanten Tackling gegen den portugiesischen Stürmer, das von Schiedsrichter Carballo mit einem Strafstoß geahndet wurde; Neuer kam mit einer Gelb-Verwarnung davon. Den Elfer setzte Quaresma sicher ins Netz (3.). In der 10. Minute leistete sich Dante einen ebenso kapitalen Ballverlust wie zuvor Alonso. Der Torschütze des ersten Treffers, Quaresma, steuerte frei auf Neuer zu und vollstreckte kaltblütig zum 2:0. Die Münchner stabilisierten sich danach etwas und konnten auf 1:2 verkürzen, nachdem Boatengs von links herein gegebene Flanke in Thiago einen erfolgreichen Abnehmer fand (28.). So richtig ins Rollen kam die FCB-Maschinerie jedoch nicht. Es fehlten der finale Druck und überraschende Durchbrüche, zudem offenbarte sich über die gesamte Partie eine Unsicherheit, die auch vor Neuer nicht Halt machte. Porto nutzte die Gunst der Stunde, um gegen den wankenden Favoriten noch das 3:1 zu addieren: Eine hoch und weit an den Bayern-Sechzehner geschlagene Flanke Sandros landete bei Jackson, der Neuer versetzte und in der 65. Minte das Endresultat herstellte. "Wir sind Menschen und Fehler gehören zum Spiel", nahm Pep Guardiola seine Spieler in Schutz. "Wir werden uns im Training so vorbereiten, dass wir im Rückspiel eine bessere Leistung abliefern können."
Eine ganz erheblich bessere Leistung müsste Paris St. Germain abrufen, um die 1:3-Pleite gegen den FC Barcelona im Rückspiel noch wettmachen zu können. Neymar (18.) und ein Doppelpack durch Suarez (67./79.) verschafften den Katalanen eine verdiente und komfortable 3:0-Auswärtsführung, bevor van der Wiel eine kleine Ergebniskorrektur gelang (82.). "Wenn du dein Spiel normal über Ballbesitz definierst und ihn dann kaum am Fuß hast, hast du natürlich Probleme. Wir sind es nicht gewohnt, dem Ball hinterherzulaufen", sah PSG-Coach Laurent Blanc eine Erklärung der Niederlage darin, dass man Barcas Ballbesitz-Dominanz (62%) nicht durchbrechen konnte. Die Resthoffnung auf das Erreichen des Halbfinales legte er weitgehend auf personelle Veränderungen im Rückspiel: "Mit Zlatan Ibrahimović und Marco Verratti haben wir zwei gesperrte Spieler zurück ..."
Diese Fünf hätten bei mir nicht gespielt, nicht einmal mit uns trainiert. Denen hätte ich gesagt: Leute, auf Wiederschauen! Da hinten, da könnt ihr den Berg rauf- und runterlaufen, aber hier nicht. Das geht nicht!
— Paul Breitner über nicht geimpfte Spieler beim FC Bayern München.