Ob nun vorentscheidend oder nicht - das Spiel BVB gegen FCB überstrahlt die anderen Partien des 30. Spieltags um Längen. Dabei könnten auch in anderen Tabellenbereichen prägende Einschnitte entstehen.
Nahezu im Gleichklang sprechen Dortmunder und Münchner davon, dass nach dem „Gigantengipfel“ noch vier Spieltage anstehen, die es zu bewältigen gilt. FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dürfte mit seiner Lagebeurteilung jedoch nahe dran sein: „Wir dürfen nicht verlieren. Denn das wäre wahrscheinlich die Vorentscheidung in der Meisterschaft.“ Derweil das am Mittwoch stattfindende Topspiel der Erstplatzierten das restliche Bundesligageschehen in den Schatten stellt, kämpfen fünf der acht am meisten gefährdeten Teams bereits am Dienstag um Zähler für den Klassenerhalt. Zwei Begegnungen, Hertha vs. SC Freiburg und Mainz gegen Köln, stehen komplett im Zeichen des Abstiegskampfes. Die Breisgauer müssen in Berlin zwangsweise umstellen, da Schuster (Gesichtsfraktur) und Makiadi (Gelb-Sperre) fehlen. FSV Mainz-Coach Thomas Tuchel hat bei aller Brisanz vor dem Match seiner 05er gegen den FC noch Raum für Humor: „Wir hoffen, dass sein Wechsel zu uns, der noch nicht offiziell ist, ihn daran hindert hier zu treffen“, instrumentalisiert er die Spekulationsfülle um den zukünftigen Arbeitsplatz Lukas Podolskis. Ernsthaft schiebt Tuchel nach: „Keine Frage, Lukas spielt auf Weltniveau. Es wird eine große Aufgabe für uns werden, seine Abschlüsse zu verhindern.“ Der FC Augsburg muss in der Partie gegen Stuttgart nach den jüngsten Eindrücken besonderes Augenmerk auf einen speziellen Gästestürmer legen: „Sie haben mit Vedad Ibisevic einen Top-Torjäger in der Winterpause dazu bekommen, der immer für ein Tor gut ist“, weist Jos Luhukay auf die Treffsicherheit des Bosniers hin. Europapokalhoffnungen stehen zur Disposition, wenn im Weserstadion der SV Werder die Gladbacher empfängt. Bremen büßte nach der Winterpause seine gute Ausgangslage auf eine EL-Teilnahme ein, aber auch die Gäste, die immer noch komfortabel den vierten Rang belegen, kamen zuletzt aus dem Tritt.
Gladbachs Taumeln nutzte vor allem den Schalkern, die darauf hoffen, ihre gute Bilanz gegen den Club fortzusetzen (11 Siege/1 Niederlage aus den 17 letzten Spielen) und ihren dritten Rang abzusichern. Nach 19 sieglosen Spielen ist Tabellenschlusslicht Kaiserslautern schwerlich noch zu retten, zumal die Pfälzer auswärts in Leverkusen gewinnen müssten, was in 30 Bundesligaspielen lediglich vier Mal gelang. Bayer braucht nach fünf Spielen ohne Dreier obendrein selber jeden Punkt: „Wir haben den Anspruch, in die Europa League einzuziehen. Das wollen wir in der BayArena deutlich unterstreichen“, bekräftigt Kapitän Simon Rolfes. Einigermaßen unerwartet tat sich auch für 1899 Hoffenheim noch die Europa League-Chance auf. „Die werden auch Gas geben …“ ist sich deshalb HSV-Coach Thorsten Fink sicher, dass er im Kraichgau mit seinen „Rothosen“ auf einen sehr motivierten Gegner trifft. Für den Angriff der Hamburger deutete Fink eine Umstellung an: „Wir brauchen dort frische Leute.“ Die Frage der Frische könnte nach der Doppelbelastung auch Hannover 96 beschäftigen. Im Niedersachsenderby mit Wolfsburg ist auf jeden Fall der Einsatz Abdellaoues gefährdet (Zerrung). Die Gäste werden ohne Madlung (Gelb-Sperre) und wahrscheinlich Helmes (Muskelprobleme) antreten. Felix Magath kündigt eine offensive Ausrichtung der „Wölfe“ an: „Wir werden nicht auf die 96er warten sondern versuchen, das Spiel selbst zu gestalten.“
Die Bulgaren spielen mit derselben Mannschaft wie 1994 in den USA. Aber die Spieler sind vier Jahre älter geworden - zumindest die meisten von ihnen.
— CBS-Kommentator zur WM 98