Vor dem letzten Anpfiff 2014

von Günther Jakobsen14:01 Uhr | 19.12.2014

Der letzte Spieltag vor der Winterpause kann die Tabelle noch signifikant verändern. Besonders den Klubs am Tabellenende liegt viel daran, mit einem optisch verbesserten Erscheinungsbild abzuschließen.

Mit einer Serie von acht Spielen ohne Niederlage stieg der FSV Mainz in die Saison ein - nun warten die 05er seit acht Spielen auf einen Sieg. Dass ausgerechnet gegen den FC Bayern der Knoten platzt, ist nicht sehr wahrscheinlich. "Unsere Chance liegt nicht bei null Prozent", setzt Kasper Hjulmand auf den Überraschungsfaktor: "Ein Sieg wäre eine Sensation, ist aber nicht unmöglich." Dass man personelle Probleme in der Innenverteidigung hat (Bell, Bungert und Noveski fehlen), soll kein Hinderungsgrund sein. Verletzungssorgen haben auch die Gäste seit einiger Zeit, die zum Hinserienabschluss noch auf Alonso, Lewandowski und Rode verzichten müssen. Der hochkarätig besetzte Bayern-Kader dürfte jedoch auch dies kompensieren können. "Wir haben eine große Möglichkeit, mit einem super Abstand in die Winterpause zu gehen", fordert Pep Guardiola die volle Punktzahl.

Ob nun die volle Punktausbeute - gegen Köln - eingefahren wird, oder nicht: Der VfL Wolfsburg wird auf jeden Fall als Zweitplatzierter in die Winterpause gehen. Für alle anderen Erstligaklubs bietet der 17. Spieltag aufgrund der geringen Abstände die Chance, oder das Risiko, auf eine Veränderung im Ranking. Borussia Möchengladbach hat nur die Option, Platz drei zu verteidigen. Dies allerdings in Augsburg, wo man heiß darauf ist, die Niederlagen der beiden letzten Spieltage vergessen zu machen. "Augsburg spielt eine überragende Saison. Da kann man nur den Hut vor ziehen", zollt Gladbachs Offensivakteur André Hahn seinem ehemaligen Klub Respekt. Leverkusen spielt gegen ´Wundertüte´ Frankfurt; auch der Ausgang dieser Partie hat ausschließlich Auswirkungen auf die obere Tabellenhälfte. In den drei anderen Samstagsspielen sind Teams beteiligt, denen der Blick auf die Tabelle die Stimmung verhagelt, ganz speziell das Match Werder Bremen vs. Borussia Dortmund. Werder-Coach Viktor Skripnik vergleicht den BVB mit einem "... angeschlagenen Boxer. Aber selbst der kann dich noch ordentlich verhauen." Die Schwarzgelben drängen auf einen halbwegs versöhnlichen Jahresabschluss. Jürgen Klopp: "Wir begreifen dieses Spiel als Chance, einen Schritt von da unten weg machen zu können." Stuttgart könnte, einen Dreier gegen Paderborn vorausgesetzt, mindestens einen Platz gut machen, während der Hamburger SV - ohne den geperrten Van der Vaart und Lasogga (Zerrung) - sein Glück auf Schalke versucht. "Es wird nicht einfach für uns. Aber die Mannschaft hat sich das Ziel gesetzt, 19 Punkte bis zur Winterpause zu holen", sagt Joe Zinnbauer.

Am Sonntag schließlich versuchen Hertha BSC und der SC Freiburg vor eigenem Publikum ihre Halbserienbilanz freundlicher zu gestalten. Die Aufgaben erscheinen in etwa gleich schwer: Die Berliner sind Gastgeber der TSG Hoffenheim, derweil der SCF Hannover 96 empfängt. Jos Luhukay bezeichnete den Vergleich mit Hoffenheim als "Reizvolle Aufgabe" und trauerte nochmals den letzten zwei Minuten des Gastspiels in Frankfurt nach, wo der Hertha noch eine Zweitore-Führung entglitt. "Aber wir spielen zu Hause ...", erinnerte er an den Unterschied der Aufgabe gegen Hoffenheim. In Freiburg erinnerte man sich an den 17. Spieltag der vorigen Saison: Auch seinerzeit hieß der Gegner Hannover, und die Breisgauer gewannen mit 2:1. "Das war eine gute Sache. Damals hat uns das enorm geholfen", erklärte Christian Streich. "Aber jetzt geht es um die Zukunft, am Sonntag."



Ein Gefühl wie in der Hochzeitsnacht.

— Ottmar Hitzfeld, Trainer BVB, nach einem 4:2 gegen Nürnberg, mit zwei Toren in der 89. und 90. Minute.