Die Saison, in der der VfB Stuttgart einen Teil seines einstigen „Magischen Dreiecks“ zurückholte, jedoch lange Zeit wie verhext vom unteren Tabellenpol angezogen wurde (15 Spieltage auf direktem Abstiegsplatz) und erst mit dem dritten Chefcoach Boden unter die Füße bekam, endete schließlich noch glimpflich. Eine vergleichbare Spielzeit sollte nicht anstehen.
Für Sportdirektor Fredi Bobic, neben Giovane Elber und Krassimir Balakov Teil des Stuttgarter „Magischen Dreiecks“ (1995-97), dürfte seine erste Saison im Management des VfB kein Zuckerschlecken gewesen sein. Als Anwärter auf einen internationalen Startplatz ins Rennen gegangen, verpatzte die Mannschaft den Saisonstart dermaßen gründlich, dass Bobic frühzeitig die Trennung von Trainer Christian Gross einleitete. Aber auch unter dessen Nachfolger Jens Keller konnte sich das Team nicht stabilisieren. Die Inthronisierung Bruno Labbadias im Dezember brachte die Wende. Zum Abschluss der Serie (vier Siege aus den letzten fünf Partien) zeichnete die Schwaben dann jene Souveränität und Spielstärke aus, die man schon viel früher vermutet hatte - und die als Maßstab für 2011/12 erwartet wird. „Eine bessere Runde spielen wie in der vergangenen Saison …“, hat Labbadia vorsichtig als Ziel ausgegeben.
Was dem Württembergischen Leichtathletik-Verband überhaupt nicht gefiel, dessen Proteste jedoch ohne positive Resonanz blieben, behagte dem VfB umso mehr: Der Umbau der Mercedes-Benz Arena zum reinen Fußballstadion (ohne Laufbahn) wurde beschlossen, und nach zweijähriger Bauzeit kann Labbadias Team im Bundesliga-Auftaktspiel der Schwaben, gegen Schalke, die Einweihung vor der um rund 5.000 Zuschauerplätze (60.440 gesamt) erweiterten Kulisse feiern. Der Umbau der Mannschaft zur Saison 2011/12 hielt sich in bescheidenem Rahmen. Julian Schieber, dessen Ausleihe nach Nürnberg die Entwicklung des Stürmers enorm begünstigte, kehrt mit gesteigerten Erwartungen zurück. Für das Mittelfeld wurden mit dem Dänen William Kvist (FC Kopenhagen/defensives Mittelfeld) und Ibrahima Traore (FC Augsburg/bevorzugt linke Seite) zwei potentielle Stammkräfte verpflichtet. Eine Aufstockung dieses Mannschaftsteils schien nötig, zumal das erst drei Mal eingesetzte Problemkind Johan Audel erneut von Verletzungspech heimgesucht wurde. Der Franzose fiel aufgrund eines Kreuzbandrisses fast acht Monate aus und zog sich kurz vor dem aktuellen Saisonbeginn eine Oberschenkelzerrung zu. Als zusätzliche Option für die Innenverteidigung holte man den 61-fachen mexikanischen Nationalspieler Maza (PSV Eindhoven).
Von den acht Akteuren die den Verein verließen (Didavi als Ausleihspieler zum 1. FCN) konnte angesichts der vergangenen Saison nur Christian Träsch (VfL Wolfsburg) als Verlust bezeichnet werden. Ciprian Marica (FC Schalke) war selbst in seiner stärksten Spielzeit bei den Schwaben (2009/10, 10 Tore) zumeist nur Teilzeitkraft.
André Schulin
Die 2. Liga ist eine Schweineliga. Da wird nur getreten. Darauf habe ich keine Lust
— Delron Buckley