Vorschau 2012/13: Greuther Fürth

von Günther Jakobsen12:15 Uhr | 18.08.2012

Das 52. Mitglied der Bundesligahistorie, die SpVgg Greuther Fürth, zog mit attraktivem Fußball ins deutsche Oberhaus ein. Ob die Franken sich auf dieser Stufe etablieren oder ihrer Unerfahrenheit Tribut zollen müssen, wird eine der spannenden Fragen der Saison.

Nicht zuletzt die beherzten Pokalauftritte der ‚Kleeblätter’, die erst in der Verlängerung des Halbfinales knapp mit 0:1 am BVB scheiterten, vermittelten den Eindruck, dass sich die von Mike Büskens gecoachte Mannschaft mit Fug und Recht für die höchste deutsche Spielklasse qualifizierte. Mit Hoffenheim und Nürnberg hatte man in den Runden zuvor bereits zwei Erstligisten auf deren eigenem Geläuf geschlagen. Als verdienter Zweitligameister (70 Punkte), der in der Saison 2011/12 die wenigsten Gegentreffer einfing (27) und mit 73 eigenen Toren glänzte, war Greuther Fürth erstmals der Bundesliga-Aufstieg gelungen. Anschließend gelang es auch, den Vertrag mit Büskens um ein Jahr zu verlängern und die erfolgreiche Zusammenarbeit zumindest im Debüt-Jahr fortzusetzen. Ein gewiss nicht gering einzuschätzender Aspekt, denn neben seiner beim Verein erworbenen Akzeptanz ist Büskens auch einer der wenigen, der reichhaltig Erstligaerfahrung aufweisen kann. Aus dem Spielerkreis ist Oldie Gerald Asamoah mit seinen 306 Bundesligapartien (50 Tore) mit Abstand der erfahrenste Kicker; die allermeisten seiner Teamkollegen betreten Neuland, wenn sie am 25. August um erste Bundesligapunkte gegen den FC Bayern kämpfen.

Das Mannschaftsbild hat sich gegenüber der vorigen Saison doch beachtlich verändert, wobei sich Abgänge (9) und Neuzugänge (12) in etwa die Waage halten. Sportlich von höherer Gewichtung sind der Verlust des flexiblen Abwehrspielers Stephan Schröck (Hoffenheim) und des zentralen Stürmers Olivier Occean (E. Frankfurt). Für den Abwehrbereich hat sich Greuther Fürth u.a. mit einem 18-jährigen Ghanaer verstärkt, der eher für die Zukunft vielversprechend erschien. Da sich der gesetzte Heinrich Schmidtgal jedoch kürzlich eine Muskelverletzung zuzog, könnte Abdul Rahman Baba (Büskens: „Wir mussten Baba holen. Einen Spieler von seiner Qualität hatten wir noch nie im Probetraining“) eher als geplant zum Zuge kommen. Um das durch Occeans Weggang entstandene Loch im Angriff zu kompensieren, angelten sich die Franken mehrere Kandidaten, deren Wettkampfhärte auf Bundesliganiveau es noch nachzuweisen gilt. Die Empfehlung, bei der EM 2012 in allen drei Gruppenspielen Dänemarks eingewechselt worden zu sein, bringt Flügelstürmer Tobias Mikkelsen mit. Er gilt allerdings eher als Vorbereiter, wie auch Zoltan Stieber (vom FSV Mainz), der über links außen kommt. Baye Djibi Fall, der als kopfballstarker, international erfahrener Angreifer vom FC Lokeren eingekauft wurde, soll sich ebenso wie der junge Frank Ohandza (mit 23 Treffern Torschützenkönig der Thai Premier League) als Vollstrecker bewähren. Ohandza allerdings muss sich nach seinem Wadenbeinbruch erst über U 23-Einsätze in Form bringen. Der von den eigenen Amateuren hoch gezogene Ilir Azemi vervollständigt den offensiven Zuwachs dieser Saison.

Die Innenverteidiger Michael Hefele (Unterhaching) und Lasse Sobiech (St. Pauli) sowie Thanos Petsos (rechter Außenverteidiger, vorher 1. FCK), dazu die beiden neuen Keeper Wolfgang Hesl (D. Dresden) und Issa Ndoye (Buriram United) erweitern Fürths Defensive, derweil U-18-Auswahlspieler Thomas Pledl (St. Pauli) an eine Position im Mittelfeld herangeführt werden soll.

Zu den Erwartungen für die Saison befragt, erklärte Mike Büskens, am offensivfreudigen Stil festzuhalten. „Wir wollen uns nicht nur hinten einigeln. Wichtig ist, dass unsere jungen Akteure ihre Unbekümmertheit beibehalten. Das kann ein großer Trumpf für uns sei. Aber für uns, als Neuling in der ersten Liga, geht es natürlich erst mal nur darum die Klasse zu halten.“

Andrè Schulin



Den hab ich mit dem Penis gehalten.

— Raphael Wolf/Fortuna Düsseldorf zu einer seiner Paraden im Spiel gegen Arminia Bielefeld