Vorschau 2012/13: VfL Wolfsburg

von Günther Jakobsen12:13 Uhr | 11.08.2012

In der Meistersaison 2008/09 übertraf der VfL seine Erwartungen, in den drei nachfolgenden Spielzeiten blieb er dahinter zurück. Der derzeitige Kader sollte genau die Positionierung hergeben, die vereinsseitig angestrebt wird: Mittendrin in den Europapokalrängen.

Die alljährlich wiederkehrende Wolfsburger Völkerwanderung ist knapp zwei Wochen vor dem Saisonstart noch nicht abgeschlossen. Etliche Akteure, die den Verein verlassen wollen, resp. sollen (Hasebe, Kjaer, Russ, Madlung, Ochs, Pekarik), haben noch keinen neuen Klub gefunden. Auf der anderen Seite hat sich, laut Felix Magath, kein weiterer Eigenbedarf aufgetan: Patrick Helmes’ Kreuzbandriss, der die oft leichtfertig gebrauchte Vokabel ‚Schock’ allemal rechtfertigt, soll keine Fahndung nach einem weiteren Angreifer auslösen. „Im Moment ist ein neuer Stürmer kein Thema“, sagt Magath. „Durch die Verletzung müssen wir natürlich etwas ändern. Einen Spielertypus wie Helmes haben wir jetzt nicht mehr, dafür kommen vielleicht andere besser zur Geltung“, setzt Wolfsburgs Chefcoach auf das vorhandene Personal, das sich im 4-3-3-System versuchen soll.

Helmes, der pfeilschnelle VfL-Stürmer, den schon einmal eine Kreuzbandverletzung außer Gefecht setzte (Sommer 2009, linkes Knie), fing sich die neuerliche Verletzung ausgerechnet zu einem Zeitpunkt ein, als ihm beim VfL den Sprung vom Abschiebeobjekt zum gesetzten Hoffnungsträger geglückt war. Die Sturm-Alternativen sind jedoch nicht ohne. Mit dem Niederländer Bas Dost (bei Heerenveen 32 Treffer in 34 Spielen) sowie dem unermüdlichen Schlitzohr Ivica Olic (Magath: „Er läuft lieber einmal zu viel als zu wenig“) hat sich der VfL zwei neue Angreifer gegönnt, auf die man sehr gespannt sein darf. Zudem deutet der nach seiner Hoffenheim-Ausleihe zurückgekehrte Srdjan Lakic einen engagierten Neustart bei den ‚Wölfen’ an: „Ich bin auf einem ganz anderen Niveau.“ Sollte Rückkehrer Diego (von Atletico Madrid) ebenfalls bei seinem zweiten Anlauf voll einschlagen, ist der VfL zweifellos im Rennen um die internationalen Startplätze dabei. „Er bekommt die Nr. 10, soll den Takt vorgeben“, rechnet Magath fest mit dem Brasilianer, dessen sportliche Zukunft beim VfL lange fraglich war.

Das Räubern bei den Nordkonkurrenten Werder Bremen (Naldo) und Hannover 96 (Pogatetz) zeitigt den Doppeleffekt, deren Innenverteidigung um eine wichtige Kraft zu schwächen und die eigene Defensive zu festigen. Mit der Verpflichtung von Andries Jonker, dem Magath „Menschliche und fachliche Qualitäten“, attestiert, wurde zudem die Assistenztrainer-Combo erweitert - auch das eine sinnvoll erscheinende Ergänzung. In den Saisonvorbereitungsspielen konnte der VfL sein Potenzial nicht immer aufs Feld bringen. Dennoch: Gelingt es, rund um Stammkräfte wie Benaglio, Schäfer, Träsch, Josue, Dejagah und Jiracek die Neuverpflichtungen und Rückkehrer einzubinden, ist Wolfsburgs Konkurrenzfähigkeit für das Erreichen eines Europapokalplatzes in hohem Maße vorhanden.

André Schulin



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