Natürlich wird der FC Bayern wieder Meister. Wer aktuell von irgendeiner Alternative spricht, wird zumindest 2013 nicht mehr am Diskurs teilnehmen dürfen. Dass der Fußball immer wieder, und speziell in der Bundesliga, Überraschungen bereit hält, wird da schnell vergessen. Hinter dem Großverein bewegt sich schließlich eine ganze Menge.
Eintracht Frankfurt: Rückschritt nicht ausgeschlossen
Ob das zweite ein "verflixtes" Jahr nach der Rückkehr werden wird, ist in Frankfurt die große Frage. Nach grandioser Hinrunde ging es schließlich zuletzt begab. Der Europa-Platz wurde zwar gerade noch gewuppt, doch die Luft war am Ende raus. Die Eintracht darf, wenn der Weg wieder in die bessere Spur zurückführen soll, gern auch im Angriff wieder an die Effektivität der stärkeren Saisonauftritte erinnert werden. Immerhin ist mit Joselu neben Lakic eine echte Alternative in der Spitze neu verfügbar. Auch die Ex-Freiburger Flum und Rosenthal dürften den Variationsmöglichkeiten Trainer Vehs entgegen kommen. Ob es erneut für ein so gutes Abschneiden wie im Vorjahr, als frischer Aufsteiger, reichen wird, darf bezweifelt werden, denn die Konkurrenz ist größer geworden. Ein gesicherter Mittelfeldplatz wäre allerdings am Main kein Gesichtsverlust.
SC Freiburg: Umbau mit offenem Resultat
Kruse, Caligiuri, Rosenthal, Makiadi, Flum. Der Aderlass an wichtigen Stützen wird nicht wirkungslos am Standort Freiburg vorbei gehen. Für den notorischen Untertreiber, Trainer Streich, geht es sowieso im Breisgau vor der Saison zuforderst gegen den Abstieg. Die Leistung 2012/2013 war ein Highlight, kurzfristige Wiederholung eher ausgeschlossen. Dem Trainerfuchs ist jedoch auch diesmal zuzutrauen, dass er aus dem neuen Kader eine homogene Formation entwickelt, die den Gegnern erneut wenig Ballbesitz gönnen wird. Vor allem die stabile Abwehr ist im Kern erhalten, vorne jetzt mit Hanke eine nie zu unterschätzende Knipser-Qualität neu dabei, zwei hoffnungsvolle Flügel halten mit Klaus und Pinar Einzug, und auch die weiteren Zugänge sind dezidiert für das Freiburger System ausgesucht worden. Ein tiefer Fall wäre verwunderlich, eine Wiederholung von Platz fünf allerdings ebenso.
FC Schalke 04: Sicherlich oben dabei
Königsblau dürfte eine ähnliche Rolle wie im Vorjahr spielen. Wenn diesmal dazu auch die unnötigen Punktverluste ausbleiben, wäre nach oben sogar mehr drin. Dass mit Szalai ein hochkarätiger Angreifer neben Huntelaar zur Verfügung steht, macht wahrlich Sinn. Als der Holländer verletzt war oder Ladehemmung hatte, wurde wichtige Zähler abgegeben. Dieses Manko dürfte mit der Verpflichtung des Ungarn obsolet sein. Wichtige Spieler wurden nicht abgegeben, das Gerüst steht, der zumeist souveräne Trainer Jens Keller hat mittlerweile Fans und Vorstand hinter sich und das Supertalent Draxler konnte langfristig gebunden werden. Doch auf Schalke herrschen ab und an besondere Gesetze. Vor allem, wenn eine Durststrecke ins Haus steht. Speziell dann werden sich alle Beteiligten neu zu bewähren haben, um die anspruchsvolle Spur zu halten.
Bayer 04 Leverkusen: Ewige "Nummer drei"?
Zur "Nummer drei" in der Bundesliga kann es auch in der kommenden Saison wieder reichen. Nur einen Punkt hinter Dortmund befand sich die Werkself in der Endabrechnung. Für Kapitän Rolfes ein Grund, nach höherem Ausschau zu halten. Er hat allerdings auch nicht wirklich Unrecht mit seiner Feststellung. Zwar verließ mit Schürrle ein Garant der Offensive den Kader, doch allein Robbie Kruse und Heung-Min Son sind Zugänge, nach denen, zu Recht, auch andere Spitzenklubs Ausschau gehalten haben. Trainer Hyypiä hat nunmehr die alleinige Verantwortung und muss den Ansprüchen, die immer auch in Richtung Meisterschaft gehen, standhalten. Auch in der Champions League wird mehr erwartet. Bayer bleibt dennoch der erste Konkurrent des Favoriten-Duos.
Borussia Dortmund: Auch ohne Götze oben dabei
"Nur" Götze ging. Es hätte auch schlimmer kommen können. Bei Lewandowski blieben die Verantwortlichen allerdings hart. Hochkarätige Neuankömmlinge sind auf dem Weg, Trainer Klopp hat weiterhin ein tolles Team, der Fokus wird zudem auf Ergebniskontinuität gelegt. Immer wieder vergeigte der Ex-Doppelmeister unnötig Punkte, fiel somit hoffnungslos hinter dem FC Bayern zurück. Natürlich ist die spielerische Diskrepanz in diesem Punkteabstand nicht vernünftig dokumentiert. Aber auch diesmal muss alles stimmen, damit der Triple-Sieger nicht wieder alleine davon zieht. Eine wichtige Aufgabe des BVB, der auch in diesem Jahr für Spannung an der Tabellenspitze zu sorgen hat. Die Ausreden des letzten Vorjahres fruchten allerdings diesmal nicht.
FC Bayern München: Gibt es eine Achillesferse?
Ein Supertrainer ging, ein vermeintlicher Super-Super-Trainer kam. Pep Guardiola übernahm das aktuell beste Team der Welt und soll für weitere Steigerungen sorgen. Geht zwar kaum, aber so wird an der Säbener Straße gedacht. Warum auch nicht. Mit Götze kam ein weiterer Weltklassemann hinzu und dem Erfolgscoachs wird als einzigem Coach ein Aufstieg in zuvor nie bekannte Sphären zugetraut. Eigentlich kann so ein Unterfangen nur schief gehen. Doch der FC Bayern ist aktuell so dermaßen gut aufgestellt, hat so ein großes Potential für weitere Himmelsstürme, dass alles andere als der Meistertitel für alle Beteiligten undenkbar wäre. Heynckes bekam die Diven unter einen Hut. Sollte Pep G. an diesem Punkt nicht ähnlich herausragend arbeiten, wäre eine Achillesferse ausgemacht.
Was ich rein persönlich nicht verstehe, ist ein Wechsel von Frankfurt nach Gladbach oder von Gladbach nach Dortmund.
— Torsten Lieberknecht, Trainer von Darmstadt 98, über die Trainer-Wechsel vor der Saison 2021/2022 mit Adi Hütter und Marco Rose. Beide mussten am Saisonende wieder gehen...