Vorschau Teil 5

von Günther Jakobsen15:43 Uhr | 12.08.2015

Bei Schalke sorgt der neue Trainer für Aufbruchstimmung, beim FC Augsburg die erstmalige Europa League-Teilnahme. Leverkusens größte Veränderungen wurden im Mittelfeld vorgenommen.

Der FC Schalke hat sicher nicht seine freudvollste Saison hinter sich. Angetreten als Champions League-Aspirant, kamen die Blauweißen überhaupt nicht in Tritt. Früh trennte man sich von Jens Keller, dessen Nachfolger Roberto Di Matteo den Klub noch in die Europa League führte. Die spielerische Armut - zu der die hohe Verletztenrate erheblich beitrug - missfiel jedoch dem Anhang. Die Entlassung Di Matteos war eine logische Reaktion. Ebenso verständlich die Personalie des neuen Coaches: André Breitenreiter, losgeeist von Absteiger SC Paderborn, ist kommunikativ und nicht als ein Verfechter des Mauerfußballs bekannt. "Grundsätzlich möchten wir die Bälle schnell gewinnen, hoch verteidigen und schnell umschalten", erklärt Breitenreiter. "Nichtsdestotrotz möchten wir auch kompakt verteidigen", fügt er hinzu, und: "Mit Platzierungen beschäftigen wir uns jetzt erst einmal gar nicht. Es gilt, nach dieser schwierigen Phase in der Rückrunde wieder als Einheit zu funktionieren."
Diese neue Einheit muss ohne den langjährigen Leistungsträger Farfan (zu Al-Jazira) auskommen, der allerdings in der vorigen Saison verletzungsbedingt nicht richtig zum Zuge kam. Mit Barnetta, Fuchs und Kirchhoff gingen drei weitere Aktivposten; in Sachen Neuverpflichtung hat S04 noch einiges vor: "Aufgrund der Verletzung von Atsuto Uchida, der wohl längerfristig ausfallen wird, brauchen wir sicherlich noch einen Spieler für die rechte Verteidigerposition. Bei den drei Wettbewerben, die wir in dieser Saison spielen werden, benötigen wir auch noch einen Stürmer", benennt Breitenreiter zwei Positionen, für die mit Sicherheit gefahndet wird. Bislang stießen als Sofort-Verstärkung Geis, Caicara, Riether und Di Santo sowie mehrere Eigengewächse zum Kader.

„In Europa kennt uns keine Sau“, prangte es von den T-Shirts der Augsburger, als man am letzten Spieltag Platz 5 und die damit verbundene direkte Qualifikation zur Europa League feierte. Wieder einmal hatten die erst seit 2011 der Bundesliga zugehörigen Schwaben die Erwartungen übertroffen und sich als ernstzunehmender Erstligist etabliert. "Wenn wir die Klasse halten, haben wir einen guten Job gemacht", lässt sich Markus Weinzierl jedoch nicht aus der Reserve locken. Der Tanz auf drei Hochzeiten, die erste DFB-Pokal-Hürde SV Elversberg wurde in der Verlängerung (3:1) genommen, könnte den kleinen Kader belasten.
Große Veränderungen blieben bislang aus. Dass Mittelfeldspieler Höjbjerg zum FC Bayern zurückkehrt ist neben dem wahrscheinlichen Abgang Babas (zu Chelsea) Augsburgs einziger wesentlicher Verlust. Da der Wechsel von Baba jedoch eine üppige Einnahme verspricht, kolportiert werden 30 Mio. Euro für das Gesamtpaket, bliebe noch eine stattliche Summe für Neuverpflichtungen. "Es gilt weiterhin, Spieler zu finden, die uns verstärken. Wir wollen unseren Kader noch optimieren", bestätigt Weinzierl. Finanziert wurden bislang die Transfers von Abwehrspieler Max (vom KSC) und Mittelfeldmann Kohr (Leverkusen). Ablösefrei kam Trochowski, der sich jedoch am Knie verletzte. Aufgrund dessen intensivierten sich die Gerüchte, dass der bei Chelsea unter Vertrag stehende Marin ins Augsburger Visier rückte.

Nach der Niederlage beim direkten Konkurrenten aus Gladbach (32. Spieltag) war für Bayer Leverkusen die direkte CL-Quali, um die man lange mitspielte, gelaufen. Platz 4 jedoch wurde souverän gesichert. Mit dem Gegner Lazio Rom, der einem Einzug in die Gruppenphase 2015/16 noch im Weg steht, hat Bayer eine harte Nuss zu knacken. "Wir wollen aus dieser Saison auf jeden Fall eine Champions-League-Saison machen", zeigt sich Roger Schmidt entschlossen, als Sieger aus den Play-offs hervorzugehen. Was seine Prognose für das Bundesliga-Abschneiden betrifft, ist er weniger verbindlich: "Unser Ziel ist es, perfekt zu spielen. Was dabei herauskommt, kann ich nicht sagen."
Zum neuen Bayer-Kader ist zu sagen, dass die größten Umstellungen im Mittelfeld anstehen. Mit Rolfes, Reinartz und Castro verließen drei gestandene Größen dieses Mannschaftsteils den Klub, Stürmer Drmic (nach Gladbach) hatte ebenfalls keine so schlechte Bilanz. Sein Nachfolger könnte Mehmedi werden, vom Absteiger SC Freiburg verpflichtet. Der junge Ex-HSVer Tah soll in der Abwehr in eine tragende Rolle hineinwachsen, Rückkehrer Kramer (Mönchengladbach), unterstützt von Ramalho (RB Salzburg) zur treibenden Kraft im Mittelfeld werden. Zudem gilt die Verpflichtung des Chilenen Aranguiz als wahrscheinlich.



Es ist richtig, dass meine Post zu 70 bis 80 Prozent von weiblichen Fans kommt. Heiratsanträge gab's noch keine, und mehr Mädchen im Stadion, wäre doch gut...

— Fredi Bobic, VfB Stuttgart, zum Thema Fan-Post.