Was für eine Schlusskonferenz! HSV vs. VfB 2:1, Vieira lässt Volkspark ausrasten

HSV gegen den VfB Stuttgart am Sonntagnachmittag 2:1 (1:0) – LIVE bei Fussballdaten.de in unserem News-Format „Schlusskonferenz“, mit Stimmen und Stimmungen und den Top-Facts aus dem Volksparkstadion. Was für ein turbulentes Ende!
Sonntag, 30.11.2025
„Wir haben ein super Spiel gemacht“, sagte der verletzte HSV-Spieler Daniel Elfadli (27) im Halbzeit-Talk von DAZN, „sind hohe Intensität gegangen, für Bobby hat mich das Tor ganz besonders gefreut.“
Robert „Bobby“ Glatzel war nach 18 Minuten der einzige Torschütze im Hamburger Volksparkstadion, ehe er nach 32 Minuten verletzt (vermutlich Oberschenkelblessur) ausgewechselt werden musste.
Für ihn kam Ransford-Yeboah Königsdörffer, der den Ball nach 34 Minuten knapp über das Tor löffelte. Das hätte es für Hamburg, das seine letzten vier Pflichtspiele gegen den VfB allesamt verloren hatte, gegen das umformierte Team aus Stuttgart schon sein können.
So blieb es spannend, Sebastian Hoeneß brachte beim VfB Jamie Leweling, den Doppel-Torschützen aus dem EL-Spiel in Deventer (4:0) für Pascal Stenzel (46.).
HSV gegen VfB Stuttgart: Undav macht’s wieder!
Und es war der Spieler, der die letzten Wochen beim VfB die personifizierte Tor-Garantie ist, Deniz Undav, der diese Partie egalisierte – 1:1 (54.).
Daniel Heuer Fernandes hatte den Ball gegen Leweling zu kurz abwehrte.
- Es war das siebte Saisontor für den Nationalspieler, bei einer Tor-Wahrscheinlichkeit von 27 Prozent.
- Zwei der drei VfB-Schüsse auf das HSV-Tor kamen von Undav.
Mahnung an die Hamburger in dieser Phase: Nach einem Europacupspiel hatte der VfB Stuttgart in dieser Bundesliga-Saison immer gewonnen.
Nur, damit Sie’s mal gehört haben…
„Mit Undav und Leweling kannst du die Statik dieses Spiels komplett verändern, das tut dem HSV doppelt weh“, so die Einschätzung von DAZN-Experte Tobias Schweinsteiger.
Ja, denn das 1:1 war ein Wirkungstreffer für die Gastgeber.
- Stuttgart war jetzt mit 88 Prozent Passquote und 2,1 Pass-Effizienz einfach das genauere Team, von den 63 Prozent Ballbesitz (60.) mal ganz abgesehen.
Die nächste Chance aber hatte Hamburg, Königsdörffer zielte mit rechts knapp vorbei (70.).
- Der HSV stand auch nach 80 Minuten noch bei einem Schuss aufs Tor und das war der Treffer von Glatzel (18.).
Hamburg: Wieder in Unterzahl
Undav (80.) traf bei einem der wenigen Konter der Schwaben nur das Außennetz.
Aber es soll keiner denken, dass man sich in Hamburg auf Unentschieden einigt…
- Denn nach 81 Minuten musste Hamburg wieder mal auf Unterzahlspiel umschalten, Alexander Rössing-Lelesiit sah die Gelb-Rote Karte.
- Es war der fünfte Platzverweis für den Hamburger SV in diesre Saison.
- Ausgerechnet der junge Norweger, der das 1:0 mit seinem Sprint so stark vorbereitet hatte. Damit waren sowohl Torschütze Glatzel als auch Vorlagengeber Rössing-Lelesiit nicht mehr auf dem Feld…
Die HSV-Fans machten in den Schlussminuten noch mal Dampf: „Steht auf für den HSV!“ Ihr Team brauchte jetzt diese Unterstützung, die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin leistete sich in Unterzahl zu viele einfache Ballverluste.
Polzin nahm nach 88 Minute den erst nach 32 Minuten für Glatzel ins Spiel gebrachten Königsdörffer für Guilherme Ramos wieder raus.
90. plus 4: Der Volkspark auf links gedreht
Die Hansestädter wollten diesen Punkt jetzt einmauern, die nach dem 4:0 in Deventer kräftig durcheinander rotierten Schwaben spielten in den Schlussminuten zu behäbig, um den Sieg noch zu erzwingen.
Dann kam die vierte Minute der Nachspielzeit: Turbo-Sprint von Fabio Baldé über links, der Ball kam in die Mitte und Fabio Vieira war am Elfmeterpunkt zur Stelle – 2:1.
Der Volkspark stand Kopf, 2:1 für den HSV, der damit auf Rang 13 sprang.
Die „Krisen-Angst in Hamburg“, mit der BILD am SONNTAG nach nur einem HSV-Punkt aus den letzten fünf Spielen aufgemacht hatte, wurde mit diesem Treffer erst mal weggeschossen. Ein Sieg der Moral.
Und Stuttgart? „Es gibt keine Bayern-Jäger“, hatte Sky-Reporter Frank Buschmann am Freitagabend in Mönchengladbach gesagt.
Was soll man sagen? Er hat Recht, dafür boten gestern die Leverkusener und heute der VfB Stuttgart zu wenig.
„In den letzten 15 Minuten haben wir das Zepter aus der Hand gegeben und wurden bestraft“, sagte Jamie Leweling anschließend bei DAZN.
„Ich kann mir das nicht erklären, ich hatte das Gefühl, dass wir nicht frisch waren, wir hatten zu wenig Präsenz in der Box“, so VfB-Torjäger Deniz Undav, „das müssen wir aufarbeiten.“
Tor-Vorbereiter Fabio Baldé: ,,Ich dachte mir beim Sprint nur: Einfach durchziehen, man kann es gar nicht beschreiben, was in diesem Stadion los ist, das ist einfach überragend."


