Die besten Spieler, hält man es mit der FIFA-Jury-Entscheidung, bekommt man auf dem europäischen Kontinent zu sehen. Noch nie schaffte es ein Akteur in die Endausscheidung zum Weltfußballer, der nicht bei einem renommierten europäischen Verein unter Vertrag stand. In den letzten sechs Jahren kam der Gewinner immer aus der Primera Divison.
Der Titel "Weltfußballer des Jahres", seit 2010 bei der "FIFA Ballon d´Or"-Gala vergeben, wird seit 1991 ermittelt. Da Manuel Neuer kürzlich in der Endausscheidung hinter Messi und Cristiano Ronaldo den dritten Platz belegte, bleibt der einzige deutsche Kicker, der jemals zum Gewinner gekürt wurde, Lothar Matthäus (1991). Der damalige Kapitän der Deutschen Nationalelf stand seinerzeit bei Inter Mailand unter Vertrag. Aus der Serie A folgten danach weitere Akteure, die den höchst begehrten Titel einheimsten - Zinedine Zidane z. B., der insgesamt drei Mal zum Weltfußballer gewählt wurde, darunter zweimal während seiner Zeit bei Rekordmeister Juventus Turin. Die letzte Auszeichnung erhielt der Franzose jedoch, als er das Trikot des spanischen Rekordmeisters Real Madrid trug.
16 Mal - und damit deutlich vor anderen europäischen Ligen - reckte ein Spieler die Trophäe in der Höhe, wenn er in der höchsten spanischen Spielklasse beschäftigt war. Genauer gesagt, bei Real Madrid oder FC Barcelona. Messi (4 Mal für Barca) und Ronaldo (2 Mal für Real) schraubten die Statistik in den letzten sechs Jahren zugunsten der Spanier in die Höhe. Die englische Premier League stellte lediglich einmal den Weltfußballer, das war Cristiano Ronaldo anno 2008, damals bei Manchester United unter Vertrag. Ein Bundesligaspieler wurde noch nie zum Weltbesten gekürt; Oliver Kahn (FC Bayern) wurde 2002 immerhin Zweiter. Außerhalb Europas engagierte Spieler haben offensichtlich keine Chance überhaupt auf das Radar zu geraten - in die Endauswahl kamen bislang ausschließlich Aktive, die für renommierte europäische Klubs spielten.
Shanghai hat 22 Millionen Einwohner, so viele gibt es ja in Europa fast nicht.
— Bastian Schweinsteiger nach seiner Ankunft mit der Nationalelf in Shanghai