Wer sonst?

von Günther Jakobsen15:37 Uhr | 20.08.2014

Ungeachtet der aktuellen personellen Einschränkungen gehen der FC Bayern und Borussia Dortmund als Favoriten auf die beiden vorderen Plätze in die neue Saison. Wenig überraschend, nehmen beide Klubs die ihnen zugeschriebenen Rollen an.

19 Punkte Rückstand auf den bayerischen Konkurrenten in der vergangenen Saison - eine derartige Kluft will man in Dortmund nicht nochmals entstehen lassen. Das Ziel "Titelgewinn" bleibt - offiziell - allerdings außen vor: "Natürlich wollen wir auch diesmal direkt in die Champions League und uns in der Liga nicht verschlechtern", formuliert Sportdirektor Michael Zorc die Erwartungen. Inwieweit der Abgang Robert Lewandowskis, des einzigen Stammspielers, der den BVB verließ, zum FC Bayern sich auf die Spielweise der "Schwarzgelben" auswirken könnte, bleibt noch abzuwarten. Jürgen Klopp ließ jedenfalls durchblicken, dass er durchaus mit einer 4-4-2-Variante liebäugelt, anstelle des zuletzt praktizierten 4-2-3-1-Systems. Nachgerüstet wurde folgerichtig auch im wesentlichen in der Offensive: Vom FC Turin wurde Serie A-Torschützenkönig Ciro Immobile geholt, von der Hertha Adrian Ramos und der Südkoreaner Dong-Won Ji wechselte vom FCA zu den Dortmundern. Die Optionen in der Innenverteidigung bereicherte man durch den Transfer Matthias Ginters (vom SC Freiburg). Aus dem Vollen schöpfen kann Klopp zum Bundesligastart nicht, die angeschlagenen Schmelzer, Ji und Kirch werden den "Schwarzgelben" in den ersten Wochen der neuen Saison nicht zur Verfügung stehen. Das gilt auch für den Langzeitverletzten Ilkay Gündogan, für den Sportdirektor Zorc indes Licht am Ende des Tunnels ausmacht: "Seine Reha seit der Mini-Operation an der Wirbelsäule verläuft wirklich vielversprechend."

Titelhalter FC Bayern verbuchte unlängst mit dem Comeback von Innenverteidiger Holger Badstuber eine positive Nachricht - hatte zuvor allerdings die schwere Verletzung von Javi Martinez (Kreuzbandriss, wie Badstuber) zu verkraften. Da auch Thiago, Rafinha, Schweinsteiger und möglicherweise Ribery für die Saisoneröffnung, und teilweise langfristig darüber hinaus ausfallen, kann von einer optimalen Vorbereitung nicht unbedingt die Rede sein. Vor diesem Hintergrund häufen sich die Vermutungen, dass die Münchner nochmals auf dem Transfermarkt zuschlagen; speziell im zentralen Defensivbereich könnte es eng werden. Bislang holte man Lewandoski, Sebastian Rode (aus Frankfurt), den spanischen Linksverteidiger Juan Bernat (FC Valencia) und dessen Landsmann Pepe Reina (FC Liverpool), der Manuel Neuer inspirieren soll. Mit Daniel van Buyten (vertragslos), Toni Kroos (Real Madrid) und Mario Mandzukic (Atletico Madrid) trennte sich der FCB von namhaften Spielern. Für Karl-Heinz Rummenigge stellt die momentane personelle Lage jedoch keine relevante Notsituation dar: "Wir gehen als Titelverteidiger ins Rennen mit dem Ziel, den Titel zu verteidigen. Das wäre für uns die 25. Meisterschaft. Wir haben eine konkurrenzfähige Mannschaft, der Trainer ist zufrieden mit den Spielern."



Litauen ist neben Estland und Lettland die größte der drei Baltenrepubliken.

— Sport1