Eine abwechslungsreiche erste, eine zerfahrene zweite Halbzeit sahen fast 50000 Besucher im Berliner Olympiastadion und ihre Mannschaft am Ende vorne. Bremen hatte den Berlinern einiges abverlangt, zeigte trotz der Niederlage eine gute Antwort auf die 0:7-Bayern-Schlappe.
In der ersten Viertelstunde hatten sich die Bremer äußerst kampfstark und im Zerstören überaus wirkungsvoll dargestellt, obwohl die Berliner mehr Ballbesitz generierten. Das 1:0 für die Gäste durch Petersen mit einem strammen Schuss von der halblinken Strafraumgrenze kam nicht ganz überraschend (15.). Doch die Hauptstädter glichen umgehend aus, weil Gebre Selassie Skjelbred von hinter unwirsch umgerannt hatte. Ramos platzierte die Kugel vom Punkt im rechten Toreck (17.). Nur zwei Minuten später verpasste Elia per Kopfballaufsetzer nur knapp die erneute Führung für Werder (19.). Stattdessen legte die Hertha durch ihren Kolumbianer Ramos nach, der sich halblinks durchsetzte und ins lange Eck traf (26.). Zwei Ronny-Versuche zündeten kurz danach dagegen nicht, dafür ein Konter der Hanseaten, den Hunt nach Doppelpass mit Petersen aus zentraler Position abschloss (32.). Weitere Versuche auf beiden Seiten blieben bis zur Pause fruchtlos, dafür wechselte Luhukay Brooks gegen Niemeyer aus, um die nicht sonderlich Abwehr neu zu ordnen.
Erneut ging Hertha kurz nach dem Wiederanpfiff in Front. Eine weite Flanke hatte Pekarik am zweiten Pfosten aufs Tor geköpft, Wolf reflexartig abgewehrt, doch Ronny den Abpraller über die Linie gedrückt (48.). Ansonsten gab das dritte Viertel der Partie so gut wie keine Highlights her. Man hielt sich zwischen den 16er mit viel Kampf und Krampf auf und machte jeweils das Spiel seines Gegners kaputt. Beide Teams hielten somit zwar den Ball vom eigenen Tor weg, wobei Hertha nebenbei schon früh auf die Uhr sah. Bremen kam nach und nach zwar öfter in Richtung Berliner Kasten, blieb indes meist ungefährlich. Zudem unterbrachen viele Fouls und vor allem Fehlpässe den Spielfluss. Einzig ein Freistoß von Hunt, den Kraft gegen den Pfosten lenkte, brachte echte Gefahr (88.). Werder drückte zwar am Ende mit aller Kraft, doch selbst fünf Minuten Nachspielzeit reichten nicht zum 3:3.
Einst nannten wir ihn Murksmüller, jetzt müssen wir ihn hochachtungsvoll Burgsknüller nennen.
— Die Westdeutsche Allgemeine über BVB-Torjäger Manfred Burgsmüller.