Der Hamburger SV kann sich zumindest über eine erfolgreiche U23 freuen, Zwickau bangt um sein neues Stadion und Rödinghausen feiert einen starken Einstieg in die Regionalliga West. Würzburg hat gute Karten in der Regionalliga Bayern.
Das Traditionsduell Werder Bremen vs. Hamburger SV, vor über 1.600 Zuschauern, endete am 7. Spieltag der Regionalliga Nord mit 4:2 für die Gäste von der Elbe. Hamburgs Offensivkraft Ahmet Arslan brachte seine Farben mit einem Doppelpack vor der Pause sicher in Führung (7./43.); die Bremer mussten den größten Teil der Partie in Unterzahl bestreiten (16., Rote Karte für Mainka). Dennoch war Werder in der zweiten Halbzeit mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen. Zu einem Erfolg reichte das jedoch nicht. "Das war ein tolles Spiel mit zwei starken Teams. Werder hat uns alles abverlangt", meinte HSV-Coach Josef Zinnbauer. Die U23 des HSV sicherte sich damit verlustpunktfrei den Spitzenplatz der Liga. Allein der ebenfalls noch ungeschlagene TSV Havelse (ein Spiel weniger) könnte noch in Schlagdistanz bleiben.
In der Regionalliga Nord/Ost gibt es nach fünf Spieltagen mit dem FSV Zwickau lediglich ein einziges ungeschlagenes Team, mit den Verfolgern 1. FC Magdeburg und FSV Budissa Bautzen (jeweils drei Punkte zurück) im Nacken. Größere Sorgen als die sportliche Konkurrenz macht den Sachsen derzeit allerdings die Situation um ihre Spielstätte. Der Verein fürchtet, dass sein anvisiertes Stadionneubauprojekt vom neu formierten Stadtrat gestoppt werden könnte. Im Jahr 2011 war man aus dem sanierungsbedürftigen Westsachsenstadion ausgezogen, spielt seitdem - interimsweise - auf einem ehemaligen Schulsportplatz, wofür man verbandsseitig für 24 Monate eine Ausnahmegenehmigung erhielt.
Aufsteiger SV Rödinghausen konnte durch seinen 2:0-Heimsieg gegen den SC Verl zumindest vorübergehend den zweiten Platz im Klassement der Regionalliga West einnehmen. Rödinghausens Coach Mario Ermisch monierte, sein Team habe "Nicht den Fußball gespielt, den ich mir vorstelle." Mit dem aufgrund der besseren zweiten Halbzeit verdienten Erfolg dürfte seine Vorstellung aber konform gehen. Noch ohne jedweden Punkt blieben bislang die Sportfreunde Siegen und der FC Hennef.
Im Südwesten zeichnet sich am achten Spieltag ein breites Feld an Bewerbern um den Spitzenplatz ab. Von Saarbrücken, zwischenzeitlich auf Eins, bis hin zum 1. FC Kaiserslautern II könnte sich ein Sextett in Schlagdistanz bilden, wenn alle Teams die gleiche Spielzahl ausweisen. Ein bemerkenswerter Aspekt: Aufsteiger FC Astoria Walldorf reihte sich nach dem 6:0-Kantersieg gegen Mitaufsteiger Pirmasens unter die torhungrigsten Teams der Liga ein (15 Treffer). Nur Saarbrücken (17) traf bisher häufiger.
Die Regionalliga Bayern ist mit zehn Spieltagen schon weit fortgeschritten. Einigermaßen überraschend ist deshalb, dass die beiden führenden Mannschaften der letzten Saison, FC Bayern II und FV Illertissen, derzeit keinen Anschluss an das Toptrio haben. 1860 München II (23 Punkte) vor den ein Spiel zurückhängenden Würzburgern (22) sowie der FC Ingolstadt II (19) geben den Takt vor. Kickers Würzburg, betreut von Bernd Hollerbach, feierte jüngst einen 3:0-Auswärtserfolg bei der Zweiten des FC Augsburg. "Es ist sehr eindrucksvoll, was wir in dieser Saison bisher geleistet haben. Auch heute haben wir wieder mit einer großen Intensität gespielt", freute sich Hollerbach. Sein Goalgetter vom Dienst schlug auch wieder zu: Christopher Bieber (40./86.) markierte nun bereits schon zwölf Treffer.
Markus Babbel hatte in der Mannschaft den Spitznamen Sommerloch.
— Mehmet Scholl, FC Bayern, über den ,,wechselwilligen" Markus Babbel, der 2000 dann tatsächlich von München nach Liverpool wechselte.