Uruguays 2:1-Sieg gegen Nigeria machten den Halbfinaleinzug der Südamerikaner neben Spanien (Gruppe B) so gut wie sicher. Diego Forlan erzielte den Siegtreffer in seinem 100. Länderspiel.
Muslera musste nachfassen, um Ideyes aufsetzenden Weitschuss zu packen (13.) - fast wäre Uruguays Keeper von einem eher zufälligen Torschuss überrumpelt worden. Nigeria tat sich genauso wie die zunächst überlegenen Südamerikaner schwer, erfolgversprechende Angriffe vorzutragen; beide Teams offenbarten massive Probleme, ihre Spitzen effektiv ins Spiel zu bringen. Ein Eckstoß war schließlich Ausgangspunkt für Uruguays Führung. Forlan bekam den zunächst abgewehrten Ball auf links nochmals zurück und zirkelte ihn dann flach vors nigerianische Tor. Cavani deutete am kurzen Pfosten eine Verlängerung per Hacke an, berührte das Leder jedoch nicht, das zum aufgerückten Innenverteidiger Lugano durchlief. Auch Lugano traf den Ball nicht voll, aber immer noch gut genug, um aus kurzer Distanz zum 1:0 einzudrücken (19.). Die Südamerikaner nahmen den knappen Vorsprung zum Anlass, sich weitgehend zurückzuziehen - um über die Hochkaräter Cavani, Suarez und Forlan gefährliche Konter aufzubauen. Der Plan schlug jedoch fehl. Stattdessen nutzte Nigeria den Freiraum, um die Kugel - zumindest bis an Uruguays Sechzehner heran - in seinen Reihen zu halten. Die Torgefahr des Afrikameisters hielt sich allerdings in engen Grenzen, doch Luganos hölzernes Abwehrverhalten - Mikel genügte ein schneller Antritt um vorbeizukommen - ermöglichte Nigeria in der 37. Minute den Ausgleich. Nervenstark haute Mikel den Ball nicht etwa blind drauf, sondern chippte ihn souverän ins linke Eck.
Uruguay war sich bewusst, dass man mit der zuvor gezeigten Taktik wenig erreichte. Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts präsentierte sich die „Celeste“ dementsprechend offensiver, was sich in der 51. Minute auszahlte. Der Ball wurde früh erobert und über die Stationen Suarez und Cavani Forlan in den Lauf gespielt, der auf halblinks im Sechzehner per sattem Linksschuss das 2:1 markierte. Die Südamerikaner waren in der Folgezeit erfolgreich darin, Nigeria nicht mehr so tief in die eigene Hälfte eindringen zu lassen. Der Attraktivität der Begegnung tat das indes nicht gut - weitgehend bekamen die knapp 27.000 Zuschauer in der Arena Fonte Nova nun ein zähes Mittelfeldringen geboten. Cavani hätte bei einem Konter vorzeitig alles entscheiden können, wurde aber im letzten Moment noch beim Abschluss behindert, so dass der Schuss das Tor weit verfehlte (70.). Auch eine gute Kopfballchance konnte Neapels Stürmer nicht nutzen (76.). Nigeria fehlten zwingende und durchdachte Aktionen in der Offensive; zuviel Stückwerk und Ungenauigkeiten ermöglichten keine klare Torchance mehr.
André Schulin
Wir hatten mehr Chancen than the Inter Milan
— Huub Stevens