Zahlreiche Einschläge nach Seitenwechsel

von Günther Jakobsen13:45 Uhr | 09.03.2015

Gladbach ließ sich eine Zweitore-Führung entreißen, Köln nutzte Frankfurts Abspielfehler weidlich aus und Leverkusen benötigte eine Standardsituation, um Paderborn zu knacken.

Lucien Favres Ärger war nachvollziehbar. "Als wir geführt haben, hätten wir den Ball noch mehr in den eigenen Reihen halten und das Spiel immer wieder verlagern müssen", plädierte der Schweizer Coach im Nachhinein für eine abwartende Ballbesitztaktik, um Gladbachs vierten Auswärtssieg, der durch Raffaels Doppelpack (27./67.) in Griffweite war, über die Zeit zu retten. Ein wohl vermeidbarer Gegentreffer - Sommer sah beim nicht unhaltbar erscheinenden Freistoßtor durch Geis aus etwa 25 Metern nicht gut aus (73.) - brachte die 05er wieder heran und wenig später markierte Okazaki per Kopf noch den 2:2-Endstand, der unterm Strich gerecht war. Beide Mannschaften trafen jeweils einmal noch das Gebälk des gegnerischen Kastens (30., Okazaki/74., Kruse). "Ein wildes Spiel. Aber wenn man 0:2 zurück liegt und dann noch einen Punkt holt, dann ist das ein guter Punkt", hatte FSV-Trainer Martin Schmidt keine Probleme mit der Punkteteilung.

Kölns Heimspiel-Problematik wurde am Sonntag im Spiel gegen Frankfurt ausgesetzt: Nachdem Deyverson mit einem Heber über Gästekeeper Trapp sein erstes Bundesligator erzielte und die Geißbockelf in Führung brachte (28.), steigerte sich das Match nach der Pause in eine Torflut. Eintracht-Goalgetter Meier sorgte zunächst für den Ausgleich, der in dieser Phase verdient war (58.). Risses 2:1-Treffer (72.) bedeutete dann nicht nur die erneute FC-Führung, er schien auch Eintrachts Nerven blank gelegt zu haben, da man in der Folgezeit fatale Fehler im Spielaufbau produzierte, die Osako (79.) und Ujah (81.) konsequent bestraften. Kölns zweiter Saisonheimsieg stand nun fest; Meiers Elfmetertreffer in der Schlussminute zum 2:4 hübschte die Eintracht-Niederlage nur unwesentlich auf.
Paderborns Heimpleite gegen Leverkusen fiel zu deutlich aus: "Wenn ich nach dem Spiel auf die Anzeigetafel gucke und ein 0:3 sehe, dann ist das der absolute Wahnsinn", meinte André Breitenreiter. Der Aufsteiger hatte den CL-Teilnehmer erfolgreich in Schach gehalten, bis ein Kopfballtreffer des eingewechselten Papadopoulos (73.) nach einem Freistoß dem Favoriten in die Karten spielte. Erst jetzt konnte Bayer sich Freiräume erspielen. Son, zunächst von Castro perfekt in Szene gesetzt (84.) und dann, nach einem Abpraller, flach aus 15 Metern ins lange Eck erfolgreich (90.), schraubte das Resultat hoch.



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— Wilfried Mohren.