Die Münchner Hoffnung auf eine Sensation verflüchtigte sich fast ebenso schnell wieder, wie sie entstand. Zwei Treffer in der ersten Halbzeit sicherten Barcelona den Finaleinzug, während der FC Bayern sich mit einem 3:2-Sieg trösten musste.
Die erste hochkarätige Chance des Spiels hatte Barcelona: Neuer parierte Rakitics Schuss aus kurzer Distanz (5.) - den ersten Treffer aber setzten die Bayern. Xabi Alonsos Eckballvorlage köpfte Benatia in der 7. Minute zur 1:0-Führung ein. Eine ideale Voraussetzung, die Aufholjagd zu starten, zumal der Wille dazu Pep Guardiolas Spielern anzusehen war. Mit Chancenvorteilen für die Gastgeber wogte die lebhafte Partie in der Folge hin und her; schon früh konnte auch Gästekeeper ter Stegen sich auszeichnen. Weniger positiv stellte sich Bayerns Zuteilung bei schnellen Gegenstößen dar. In der 15. Minute führte eine über Messi und Suarez gespielte Kombination zum Ausgleich: Neymar stand im Zentrum völlig blank, um einzuschieben. Ein herber Rückschlag für die Münchner, der durch dasselbe Trio noch verstärkt wurde, als Messis Kopfballverlängerung bei Suarez landete. Erneut schob der Uruguayer die Kugel zum unbewachten Neymar herüber, der erfolgreich flach ins linke Eck abschloss (29.). Mit einer exzellenten Aktion rettete danach ter Stegen Barcas Führung in die Halbzeitpause, als er, auf dem falschen Fuß erwischt, Lewandowskis Schuss zunächst mit der linken Hand bremste. Dann hechtete er hinterher und kratzte das Leder noch von der Linie (40.).
Lewandowski, der eine enorme Dynamik ausstrahlte, stellte mit einem sehenswerten Treffer von der Strafraumlinie den 2:2-Ausgleich her (59.). Barca, nach dem Seitenwechsel nicht mehr so zielstrebig das gegnerische Tor anpeilend, musste auch noch einen dritten Gegentreffer einstecken. In der 74. Minute war es eine klasse Kombination der Münchner, die letztendlich den Sieg in diesem Spiel perfekt machen sollte. Nach Doppelpass mit Schweinsteiger platzierte Müller den Ball halbhoch ins rechte Eck. Danach passierte nicht viel in den Strafräumen, die Katalanen gerieten nicht mehr in Gefahr. Chancen genug, das 0:3 des Hinspiels zu drehen, hatten die Münchner allerdings gehabt. "Alles in allem haben wir vorne und hinten zu viele Dinge falsch gemacht", räumte Thomas Müller ein. Den 3:2-Erfolg hatten sich die Gastgeber immerhin verdient, dass Barca das Duell in der Addition zurecht gewann, war ebenso unstrittig. Pep Guardiola: "Barcelona hat es verdient, im Finale zu stehen."
André Schulin
Markus Babbel hatte in der Mannschaft den Spitznamen Sommerloch.
— Mehmet Scholl, FC Bayern, über den ,,wechselwilligen" Markus Babbel, der 2000 dann tatsächlich von München nach Liverpool wechselte.