Zwei in der Defensive bestens funktionierende Teams neutralisierten sich im Niemandsland des Spielfeldes. Taktisch außerordentlich diszipliniert, wenig Chancen zulassend und bestätigend, aus welchen Gründen sie das Unbequeme ihrer Spielweisen in die oberen Tabellenregionen befördert hatte.
Pressing. Eine spieltaktisches Mittel, welches Frankfurt bereits in den ersten Spielminuten vorzüglich vorführte. Nicht dass Freiburg ebenfalls zu dieser Waffe griff, allerdings war die Veh-Elf aggressiver in der Umsetzung und verschaffte sich erste Vorteile. Halbchancen für Matmour und Aigner innerhalb einer guten Viertelstunde waren dennoch die einzigen Höhepunkte, die sich vor SC-Keeper Baumann abspielten. Der Sport-Club brauchte im Prinzip den gesamten ersten Durchgang, um die Partie nach und nach öfters in die Eintracht-Spielhälfte zu verlagern. Neben ihrer One-Touch-Qualität wurden die Zweikämpfe im Mittelfeld von der Streich-Elf immer besser angenommen, obgleich Frankfurt weiterhin die wichtigsten Duelle gewann. Die Strafräume wurden über längere Passagen hinweg so gut wie gar nicht besucht, Verbissenheit um jeden Quadratmeter hatte Vorrang, wobei sich die Sturmspitzen auf beiden Seiten vor der Pause kaum in Szene setzen konnten. Auch wenn immer wieder feine Kombinationen auszumachen waren, sie fanden nur zwischen den Strafräumen statt. Frankfurt war im ersten Durchgang etwas stärker, Torchancen fielen dabei allerdings immer noch nicht an, zu dicht und aufmerksam standen die Hintermannschaften. Ein Spiel für u.a. Einwurf- und Ballbesitzzähler, aber auch für Freunde taktisch minimaler Verschiebungen. Fußballästhetik im strengeren Sinne für subtile Beobachter.
Rasenschach sollte auch das Match nach der Pause bestimmen. Vorteile für ein Team waren nur mit der Lupe auszumachen, ohne dass einem normalen Zuschauer die daraus gewonnenen Erkenntnisse in irgendeiner Form weiter geholfen hätten. Großartige Abwehrreihen dominierten weiterhin das Geschehen, ließen so gut wie keine Chancenanbahnung zu. Erstmals gefährlich wurde erst ein Rosenthal-Kopfball nach einem Eckball, den Celozzi von der Torlinie köpfen musste (64.). Eine Minute später musste die für Inui aufgestellte Abwehrkraft erneut retten, diesmal gegen Ginter. Es waren in diesen beiden Fällen Eckbälle die Ausgangspunkte, die dem SC zu diesen Möglichkeiten verhalfen, aus dem Spiel heraus war die Eintracht nicht zu knacken. Immerhin hatte Freiburg nach einer Stunde Spielzeit ein leichtes Übergewicht erarbeitet, die Gäste waren derweil längst auf dem 0:0-Pfad. Zwei gute Chancen fielen für die Schwarzwälder in der Schlussphase noch an: einmal scheiterte Kruse im direkten Duell am herauseilenden Tormann Trapp (76.), ein anderes Mal köpfte Flum in bester Position über den Kasten (85.). Frankfurt hatte zu dieser Zeit offensiv längst abgeschaltet. Die Nullnummer beließ somit alles beim alten Stand: Frankfurt an vier, Freiburg an fünf.
Ulrich Merk
Gewinnen ist nicht so wichtig, solange man gewinnt.
— Vinnie Jones