
Vor dem Spiel noch gescholten, rettete er Bayern den Dreier: Bastian Schweinsteiger
Vor dem Spiel noch gescholten, rettete er Bayern den Dreier: Bastian Schweinsteiger
Bayern München hielt durch den Sieg bei Hannover 96 den Kontakt zur Spitze. Der Rekordmeister knüpfte zwar nicht an die gute Leistung vom vergangenen Heimspiel an, besaß jedoch die nötige Effektivität im Abschluss.
Sechs Veränderungen gegenüber dem Auftritt in der Champions League beim AC Mailand, u.a. der Verzicht auf die Stammspieler Lucio und Podolski, hatten ihre Wirkung bei den Gästen nicht verfehlt. Der Meister fand in der ersten Halbzeit nicht ins Spiel. So durften die heimschwachen Niedersachsen das Spiel weitgehend bestimmen. Nach einer Viertelstunde hätte Bruggink den Anhängern der "Roten" ein passendes Ostergeschenk machen können, aber sein Kopfball traf nur den Außenpfosten. Was dem Holländer misslang, schaffte sein Mannschaftskamerad Rosenthal in der 38. Minute. Er beförderte die Kugel ins gegnerische Gehäuse, jedoch wurde dem Treffer zu Recht die Anerkennung verweigert, weil er und Kollege Stajner im Abseits standen. Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff sorgte Arnold Bruggink dann doch für die verdiente Führung. Den aus knapp 20 Metern abgefeuerten Schuss des 96-Profis fälschte der "Held von Mailand", Daniel van Buyten, unhaltbar für seinen eigenen Keeper Kahn ab.
In der Halbzeitpause hatte wohl Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld die richtigen Worte gefunden. Die Gäste gingen nun mit mehr Engagement zu Werke. Folgerichtig fiel acht Minuten nach Wiederbeginn der Ausgleich. Ottl lupfte den Ball zu Demichelis und der Argentinier jagte die Kugel unbedrängt aus elf Metern in die Maschen. Obwohl die Hausherren gegen die wieder erstarkten Bayern nicht mehr die gute Leistung von vor der Pause abrufen konnten, besaßen sie doch die eine oder andere Möglichkeit, erneut in Führung zu gehen. Rosenthal hätte freie Schussbahn gehabt, wenn Schweinsteiger ihm nicht in die Parade gefahren wäre (54.), und einen Kopfball von Zuraw klärte der Nationalspieler auf der Linie (65.). Aber der vor dem Spiel von Manager Hoeneß kritisierte Schweinsteiger glänzte nicht nur als Retter, sondern auch als Schütze des Siegtreffers kurze Zeit später. Eine Podolski-Flanke legte Ottl per Kopf zum Mittelfeldspieler ab, der den Ball unter die Latte knallte (71.). Als Frank Fahrenhorst die Rote Karte sah, nachdem er van Bommel als letzter Mann zu Boden gerissen hatte, schien die Partie gelaufen. Aber Balitisch hatte durch seinen Schuss, der Zentimeter am Tor vorbei trudelte, noch einmal die Möglichkeit, für den nicht unverdienten Ausgleich zu sorgen (87.). Die Münchener hätten sich über einen Punktverlust oder gar eine Niederlage nicht beschweren dürfen. Aber während die Kicker von der Leine ihre Möglichkeiten nicht nutzten, stachen die Bayern eiskalt zu und trieben ihren Gegner, bei nur noch fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, in den Klassenkampf.
Senthuran Sivananda