Bayern-Coach Kovac verteidigt BVB-Kollege Favre

von Marcel Breuer | dpa14:28 Uhr | 25.10.2019
Bayern-Trainer Niko Kovac trifft mit seinem Team auf Union Berlin. Foto: Sven Hoppe/dpa
Foto: Sven Hoppe

Double-Gewinner Niko Kovac vom FC Bayern München hat einen respektlosen Umgang mit den Fußball-Trainern in der Bundesliga beklagt.

«Dass es so schnell auf die Trainer losgeht, ist eine Tendenz - und es ist keine gute Tendenz», sagte der 48 Jahre alte Kroate in München vor dem Heimspiel gegen Union Berlin.

Kovac beklagt nach gerade acht Spieltagen speziell die Hysterie der Medien. «Ich bin mit meinen Chefs in Kontakt. Ich glaube, dass der Sturm eher von draußen hereingeweht wird», sagte Kovac nach zuletzt zwei sieglosen Liga-Partien und dem wenig berauschenden 3:2 in dieser Woche in der Champions League bei Olympiakos Piräus.

Der Bayern-Coach kritisierte explizit auch den Umgang mit seinem Kollegen Lucien Favre, der beim Münchner Titelkonkurrenten Borussia Dortmund öffentlich hinterfragt wird. Der Schweizer sei mit 15 Zählern punktgleich mit Bayern Vierter und habe jetzt gegen Inter Mailand ein Spiel in der Champions League verloren - «und alles ist schlecht». Und nach gerade einmal acht Spieltagen «werden Namen gehandelt», sagte Kovac angesichts möglicher Favre-Nachfolger.

Kovac kritisierte eine Entwicklung, wonach «alles auf dem Rücken des Trainers» ausgetragen werde. Der Trainer leite zwar das Gesamte, «aber die Spieler müssen es umsetzen», erklärte der Kroate.

Gegen Union setzt Kovac setzt nach den Ausfällen von Nationalspieler Niklas Süle und nun auch Weltmeister Lucas Hernández im Abwehrzentrum wieder auf Jérôme Boateng. «Jérôme ist wieder gefragt», sagte Kovac. Der 31 Jahre alte Boateng habe im vergangenen Jahrzehnt bewiesen, «dass er ein qualitativ sehr guter Spieler ist», erklärte Kovac.

Der Bayern-Coach brachte den Weltmeister von 2014 nach dem langfristigen Ausfall von Abwehrchef Süle (Kreuzbandriss) indirekt sogar nochmal für eine mögliche Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft ins Gespräch: «Sollte Jérôme sehr gut spielen, wird er vielleicht auch wieder eine Alternative für andere Aufgaben.»

Gegen Union soll Boateng an der Seite von Benjamin Pavard innen verteidigen. Herández fällt nach einer Operation am verletzten Fuß vorerst aus. Kovac plant mit weiteren personellen Umstellungen im Vergleich zum 3:2 in der Champions League bei Olympiakos Piräus. Er werde «den einen oder anderen frischen Spieler bringen», kündigte er vor dem Abschlusstraining an.

Die Zielsetzung gegen den Liga-Neuling sei nach zuletzt zwei sieglosen Punktspielen klar. «Wir haben die Aufgabe, das Spiel zu gewinnen. Wir wollen Tabellenführer werden», sagte Kovac.

Bei der Verringerung der Gegentore nimmt er seine Spieler in die Pflicht: «Da reden wir nicht über taktische Abläufe. Wir machen zu viele individuelle Fehler. Man muss Zweikämpfe führen. Man muss die Bereitschaft haben, das Duell im Eins gegen Eins zu suchen.»

(dpa)



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