Rejek über Neuverschuldung: “Gehen neuen Bielefelder Weg“

von David Di Tursi20:51 Uhr | 29.03.2021
Schiedsrichter Markus Schmidt zeigt Bielefelds Abwehrspieler Nathan de Medina (r) nach der Roten Karte, das Spielfeld zu verlassen. Foto: Friso Gentsch/dpa
Foto: Friso Gentsch

Mit Bielefeld ist 2020 ein alter Bekannter in die 1. Bundesliga zurückgekehrt. Elf Jahre mussten die Fans auf Spiele im Oberhaus warten, aufgrund der Pandemie finden diese nun jedoch bedauerlicherweise ohne Zuschauer statt. Für die Arminia, gemeinsam mit Nürnberg Rekordaufsteiger, entstehen so finanzielle Einbußen von rund sechs Millionen Euro. Wie Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek im „kicker“ klarstellte, will man auf der Alm dennoch keine verrückten Sachen machen.

Rejek: „Komplettsanierung war ein Befreiungsschlag“

Zwei Jahre dem letzten Erstligaabstieg wurde die Arminia sogar durchgereicht, insgesamt drei Jahre spielte der Traditionsverein im letzten Jahrzehnt in der 3. Liga. „Wir haben in Bielefeld elf Jahre Krise und Mangelverwaltung hinter uns, mit dem Befreiungschlag der Komplettsanierung in 2018“, erklärte Rejek, weshalb eine Neuverschuldung auch zu Corona-Zeiten unter keinen Umständen eine Option ist. „Wir haben den Flieger wieder startfähig gemacht, jetzt ist er in eine neue Zukunft abgehoben. Wir möchten eine Zwischenlandung unbedingt vermeiden.“

Daher sei beim Aufsteiger der Versuch ausgeschlossen, mittels externer Hilfen einen möglichen Klassenerhalt zu finanzieren. Vielmehr wolle man „den neuen Bielefelder Weg gehen. Seriöses Wirtschaften und konservatives Planen, bei dem nicht kalkulierbare Risiken vermieden werden, sowie eine Transparenz gegenüber allen Partnern“, genau diese Dinge stünde über einem kurzfristigen sportlichen Erfolg.

„Wir möchten trotz Corona schuldenfrei bleiben“

Für Rejek und seine Mitstreiter um Sport-Geschäftsführer Samir Arabi „möchten Gestaltungsspielraum behalten und unser Handeln in die Zukunft ausrichten.“ Man wolle die Aufbruchstimmung durch die wirtschaftliche Sanierung und den Aufstieg clever für sich nutzen, statt immer wieder finanzielle Löcher zu stopfen. Kurzum: „Wir wollen trotz Corona schuldenfrei bleiben.“

Das Minus durch fehlende Zuschauereinnahmen gefährde die Arminia „nicht existenziell. Es führt auch nicht zu jenem mulmigen Gefühl bei der Lizenzierung, dass sich in Bielelfeld früher stets einstellte.“ Eine Herausforderung seien die aktuellen Umstände jedoch allemal.

Die Sponsoring-Partnern und Dauerkartenkunden habe man deshalb „kontaktiert, um Kompensationen anzubieten für Leistungen, die wir aktuell aufgrund der Spiele ohne Zuschauer nicht darstellen können.“ Dazu zählen laut Rejek etwa digitale Treffen mit Spielern aus dem Team um Kapitän Fabian Klos, die Inanspruchnahme von Gutscheinen oder Kurse an der Fußballschule.





Das war ein ziemlich schwacher Fehlpass.

— Heribert Faßbender