Terz mit Terzic: Diese Statistiken muss der neue BVB-Coach anpacken

von Carsten Germann17:00 Uhr | 06.07.2022

Borussia Dortmund hat unter seinem neuen Trainer Edin Terzic (39 / „Es wird versucht, Fans durch Zuschauer zu ersetzen“) den ersten Test mit 2:1 gegen den Lüner SV gewonnen. Dabei setzte Terzic auch einige U19-Spieler ein.

Die Vorfreude rund um den ersten Auftritt des Vizemeisters ist riesengroß. „Edin ist kommunikationsstark und er schafft es, die Jungs zu begeistern und mitzunehmen, er verfügt über ein hohes Maß an Emotionalität, Willen und Bereitschaft, hart zu arbeiten“, so BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl gegenüber dem Kicker-Sportmagazin (Montag-Ausgabe).

Dieses Engagement ist ein Faktor. „Schwarz-gelbes Feuer“ (Kicker), das Vor- und mit Leben der Emotionalität, die Borussia Dortmund ausmacht, das war bei allem Respekt, bei Terzics Vorgängern Marco Rose (45) und Lucien Favre (64) selten zu spüren. „Edin hat gegenüber Marco (Rose) und anderen Trainern den Vorteil, dass er den Verein wie seine Westentasche kennt“, sagt BVB-Boss Hans-Joachim („Aki“) Watzke über den Trainer, der einst in der Fankurve stand.

Doch bei aller Euphorie um Terzic: Der alte und neue BVB-Coach hat Baustellen zu schließen, die Saison 2021/2022 blieb trotz der hohen Erwartungen an den aus Gladbach los geeisten Maro Rose titellos und Platz 2 war allenfalls das Minimalziel. Die Saison-Leistung der Dortmunder haben wir bei Fussballdaten.de mehrfach analysiert.

Favre, Terzic, Rose – Welcher BVB-Trainer hatte die besten Zahlen?

Welche Statistiken muss Terzic mit dem runderneuerten Team verbessern, damit der hohen Erwartungshaltung keine neuerliche Enttäuschung folgt? Fussballdaten.de hat eine Auswahl an Leistungsdaten (Quelle: Kicker-Sportmagazin / Eigene Recherche).

Vergleicht man die letzten 3 BVB-Trainer Favre, Terzic und Rose, so fällt auf, dass der Schweizer (jetzt wieder OGC Nizza) in fast allen relevanten Bereichen trotzdem vorn war. Dem „Nearly Man“ fehlte nur der Meistertitel 2019, den der BVB fast fahrlässig verstolperte.

Favre hatte mit 2,09 Zählern pro Spiel den besten Punkteschnitt, den niedrigsten Gegentor-Schnitt (1,24 Gegentreffer p. P.), die höchste Ballbesitzquote (60 Prozent) und die meisten Pässe pro Partie(644)

Rose hatte dank des überragenden Erling Braut Haaland den besten Torschnitt von 2,55 Buden pro Spiel.

54 Prozent

Terzics größter Trumpf war die Zweikampfquote, die mit 54 Prozent besser war als unter Favre und Rose (je 52 Prozent)

Standards: Unter Rose mutierte Dortmund aber zum Standard-König: 30 Prozent der eigenen Treffer fielen nach ruhenden Bällen, 11 Elfmeter wurden verwandelt, bei Favre waren es nur 7

Gegentore, die über die Flügel eingeleitet wurden, kassierte der Vizemeister unter der Regie von Edin Terzic 2020/2021 in 74 Prozent der Fälle, bei Rose wurde diese Fehlerquelle halbiert (37 Prozent)

Offensive: Terz mit Terzic? Der alte und neue BVB-Trainer ließ in allen seinen Partien mit einem Stürmer spielen, von seinen Vorgängern vertraute Marco Rose weitaus häufiger zwei Sturmspitzen (21 Prozent) als der oft als zu zögerlich angesehene Favre (17 Prozent)

Gegentor-Zeitpunkte: Am anfälligsten sind die Schwarzgelben tatsächlich in der Schlussviertelstunde, zwischen der 76. und der 90. Minute kassierten sie unter Rose 14 Gegentore, auch die Startphase war in der letzten Saison schleppend, 9 Gegentreffer in der ersten Viertelstunde.

Eigene Tore: Weder in der ersten noch in der letzten Phase der Bundesliga-Spiele war Dortmund 2021/2022 herausragend – wie Fussballdaten.de zeigte. Rein mit Toren in der Schlussviertelstunde hätte die Borussia 50 Punkte (Rang 6) geholt, mit Führungen vom Start weg nur 41, was in unserem Ranking Platz 7 ausmacht. 

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Tor ist, wenn der Schiedsrichter pfeift!

— Manfred ,,Manni" Burgsmüller (1949 - 2019) zu FCK-Torhüter Gerry Ehrmann, dem er den Ball aus der Hand gerempelt hatte.