Sarpreet Singh spricht über seine Leidenszeit

von Nikos Lorenz17:04 Uhr | 19.05.2022
13 Torbeteiligungen in 25 Zweitligaspielen: Singhs Saison 2021/22 lässt sich sehen. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Foto: 13 Torbeteiligungen in 25 Zweitligaspielen: Singh

Sarpreet Singh hat die vergangene Spielzeit durch beeindruckende Leistungen bei Jahn Regensburg auf sich aufmerksam gemacht und für höhere Aufgaben empfohlen. Warum Sarpreet Singh nochmal im Bayern-Trikot zu sehen sein wird (fussballeck.com), die Leistungen des Neuseeländers so herausragend waren und wie er große Spieler wie Emil Forsberg und Marcel Sabitzer in den Schatten stellen konnte, haben wir bereits näher beleuchtet. Das Einzige, was den 23-jährigen offenbar auszubremsen vermag, scheinen Verletzungen zu sein. Jetzt hat der Mittelfeldspieler erzählt, wie es ihm die letzten Monate erging.

„Unglaubliche Schmerzen“

Am 12. Februar 2022 hat Sarpreet Singh zum letzten Mal ein Spiel über die komplette Spielzeit bestreiten können. Seit dem 29. Spieltag fehlt der Neuseeländer wegen einer Schambeinentzündung, die ihm „unglaubliche Schmerzen“ bereitet, wie der Spieler „stuff“ berichtet. Am Schlimmsten waren für den neunmaligen A-Nationalspieler die Schmerzen in der Becken- und Leistengegend, die schon bei normalen Aufgaben im Alltag auftraten. Es sei zwar besser geworden, aber der Linksaußen erinnere sich noch, dass er an den Tagen nach den Spielen nicht einmal seine Hose richtig anziehen konnte, wie er laut „stuff“ in einem Gespräch resümierte. So hatte der 1,75-Meter große Spieler große Probleme das Bein durchzudrücken und konnte nur unter Schmerzen in ein Auto ein- oder aussteigen.

Auch psychisch eine Belastung

Nach einer so guten Saison auszufallen und von so starken Schmerzen gequält zu werden, ist auch mental für den Linksfuß nicht einfach. Für Singh war diese Spielzeit nicht nur „körperlich, sondern auch mental“ die schwierigste Saison. Er nennt es einen „mentalen Tribut“, wenn man „morgens aufwacht, trainieren und frei sein will, man es aber nicht ist“. Zuvor war der 36-malige Zweitligaspieler noch nie so schlimm verletzt, habe jetzt aber gelernt, wie man damit umgehen muss.

Wie es Singh heute geht

Auch jetzt verspürt der Spielmacher noch Schmerzen, wenn er seine Leistengegend testet. Singh hat, eigenen Aussagen zufolge, noch nicht mit dem Laufen begonnen. Dementsprechend ist dem Leihspieler vom FC Bayern München bewusst, dass noch ein langer Weg vor ihm liegt, bevor er wieder auf den Platz zurückkehren kann. Jedoch zeigt sich der beste Vorlagengeber von Regensburg optimistisch und sieht sich mit der „notwendigen Ruhe ausgestattet auf einem guten Weg.“ Zu gönnen wäre es ihm allemal. Immerhin geht es um einen Spieler, der extra eine Olympia-Teilnahme in Tokio abgesagt hat, um sich voll und ganz auf seinen damals neuen Klub Regensburg vorzubereiten. Dementsprechend muss dem zweitbesten Vereins-Torschützen nach Andreas Albers jetzt natürlich auch eingestanden werden, dass er sich alle Zeit zur Regeneration nimmt, die er braucht. Zumal er seine Verletzung als ein „Überlastungsproblem“ bezeichnet, wo es eine Weile dauern könnte, bis man sie los wird.

Wohin führt Singhs Weg?

Auf welchen Verein sich Sarpreet Singh als nächstes vorbereiten wird, bleibt offen. „stuff“ selbst schreibt, dass der Hamburger Sportverein am technisch begabten Mittelfeldregisseur interessiert sein soll. Der Neuseeländer erklärt, dass es viele Möglichkeiten gibt und viele Dinge passieren könnten. Nach einer so herausragenden Saison erscheinen tatsächlich viele Türen dem 23-jährigen Techniker offen zu stehen. Er möchte sich aber Zeit mit seinen Entscheidungen lassen. Zuerst will er mit Bayern sprechen und anschließend entscheiden, was die beste Entscheidung für seine Zukunft ist. Aber ob Singh in Regensburg bleibt, zum HSV geht oder zu einem völlig anderen Klub wechselt, bleibt erstmal nebensächlich. In einem Trikot wird er sowieso erst wieder zu sehen sein, wenn er wieder fit ist. In diesem Sinne: Gute Besserung Sarpreet Singh!




Man hat gesehen, dass ich kein klassischer Torjäger bin.

— Jonas Hector, 1. FC Köln, nach vielen vergebenen Chancen im Saisonfinale gegen Schalke 04 (1:0).