Schalkes Trainertalent Cinel: „Wahrscheinlich keine 20 Jahre für den gleichen Verein“

von philipp.meierjohann18:04 Uhr | 10.12.2021
Schalkes Trainertalent Cinel: „Wahrscheinlich keine 20 Jahre für den gleichen Verein“
Foto: Foto: Frederic Scheidemann/Getty Images

Schalkes U17-Trainer Onur Cinel kann sich nach dem 1:0-Sieg gegen den Noch-Tabellenführer Borussia Mönchengladbach definitiv als Meisterkandidat der Bundesliga-West-Staffel bezeichnen. Im Podcast des FC Schalke 04 sprach der 36-Jährige über seine Verbindung zu seiner Gelsenkirchener Heimat und die Ambitionen der B-Junioren.

Der große Schritt zum Herzensklub

2016 ging für Onur Cinel eine großer Traum in Erfüllung. Der gebürtige Essener unterschrieb einen Vertrag als U16-Co-Trainer bei Schalke 04, seinem Herzensklub. „Ich habe mich sehr, sehr gefreut. Ich wolle gerne in ein großes NLZ wechseln. Das war ein kleines Ziel von mir“, erinnert sich der ambitionierte Fußballlehrer daran zurück.

Neben der Größe des Klubs, war es auch eine persönliche Beziehung, die die Begeisterung für die Arbeit bei den „Knappen“ lostrat. Wobei das Traineramt auch oft bedeutet, dass der Lieblingsverein schnell als Arbeitgeber gesehen werden muss: „Wenn du hier aufwächst und Schalke-Fan bist, dann ist es was besonders hier arbeiten zu dürfen. Wenn du dich für den Trainerberuf entscheidest, musst du aber schon wissen, dass du wahrscheinlich keine 20 Jahre für den gleichen Verein arbeiten wirst.“

Zu Beginn war Cinel gar nicht auf dem Weg zum Juniorentrainer. Viel mehr wollte er eine viel theoretischere Rolle im Sport einnehmen: „Ich wollte gar kein Trainer werden. Ich wollte in Richtung Sportmanagement gehen. Da musste man in der Lehrprobe auch Fußballtrainer spielen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und ich hab da ein bisschen ausprobiert und das lief dann ganz gut.“

Die U17 hat Titelchancen

Mit seiner U17 läuft es derzeit blendend. Schalke steht punktgleich mit Düsseldorf auf Rang drei. Beide Teams haben aber zwei Spiele weniger als Tabellenführer Gladbach. Mit einem Sieg würden beide Klubs „die Fohlen“ bereits hinter sich lassen. Der Blick auf die Tabelle spielt aber aktuell eine untergeordnete Rolle für Cinel: „Ich weiß schon, wie die Tabelle aussieht. Gerade wenn es so gut läuft, wie aktuell sprechen einen die Leute auch darauf an. Ich sehe es schon als Teil meiner Aufgabe, die Tabelle und die Gegner zu kennen. Im Detail schaue ich aber eher in die Videos. Sowohl von uns, als auch von den Gegnern.“

In der U17 scheint Cinel eine passende Station gefunden zu haben. „Mir macht es Spaß, dass wir uns auf Top-Level messen. Wir haben Wettkämpfe, die auf ganz hohem Niveau sind. Teilweise kommen da acht Einheiten plus Spiel am Wochenenden in der Woche zusammen für die Jungs. Ich bin nicht der, der als Erzieher unterwegs ist, aber schon der, der sie immer wieder pusht“, erklärt er seine Rolle gegenüber der Mannschaft.

Zuvor war er bereits Hauptverantwortlicher der U23. Doch da die Ergebnisse der Reserve ausblieben, musste Cinel sein Amt räumen, wurde aber an den Verein gebunden, da die Verantwortlichen des Klubs weiterhin auf ihn setzten. Rückblickend sieht er die besagte U23-zeit als lehrreich an: „Ich glaube, ich war da zu verbissen. Das habe ich auf die Mannschaft auch ausgestrahlt. Wir hätten die Entwicklung womöglich früher hinbekommen. Für mich persönlich war der Prozess als Entwicklung unfassbar wichtig.“





Ich muss wohl dringend zum Nagelsmann.

— Thomas Müller, FC Bayern, zu einem Foto bei Instagram mit seinen ramponierten Füßen.