Nach der 0:2-Niederlage bei Metalist Kharkov stand fest, dass Bayer Leverkusen als Tabellenzweiter die Europa-League-Gruppe K beenden wird. Bei einem Sieg der Rheinländer hätten sie sich und nicht die Ukrainer den Gruppensieg gesichert. Doch der Werksverein war lediglich mit einer verstärkten Jugendauswahl nach Kharkov gereist.
Den Einzug in die nächste Runde hatten sich die Leverkusener schon am vergangenen Spieltag gesichert. Im Auswärtsspiel bei Metalist Kharkov ging es für die Werkself „nur“ um den Gruppensieg. „Mir ist egal, ob wir Erster oder Zweiter in der Gruppe werden“, hatte Trainer Hyypiä vor der Partie gesagt. Aus der Mannschaft, die im vergangenen Ligaspiel beim 2:0-Heimerfolg gegen den FC Schalke 04 überzeugt hatte, waren gleich sechs Spieler zu Hause geblieben. Zudem saßen Carvajal und der formstarke Angreifer Kießling zunächst nur auf der Bank. Stattdessen durften die Nachwuchskräfte Carlinhos, Löhr, Pusch und Steffen ihr Startelfdebüt im Profiteam feiern. Die Rheinländer ließen zwar die Ukrainer das Spiel machen und waren selten „am Ball“. Dafür arbeiteten sie umso besser „gegen den Ball“. Eine halbe Stunde verging, ohne dass die feldüberlegene Platzelf eine Torchance hatte. Die Werkskicker waren in dieser Phase gleich mehrmals gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse aufgetaucht, obwohl ihren Offensivaktionen anzumerken war, dass sie in dieser Zusammensetzung noch nie zusammengespielt hatten. Nach einem Doppelpass mit Stürmer Junior Fernandes tauchte der junge Rechtsverteidiger Carlinhos alleine vor dem gegnerischen Gehäuse auf, jedoch schob er die Kugel knapp am Ziel vorbei (19.). Der rekonvaleszente Renato Augusto näherte sich mit zwei Freistößen innerhalb von nur zwei Minuten dem Tor der Gastgeber an (20., 22.). Auch die erste Chance der Hausherren nach einer guten halben Stunde war einer Standardsituation zu verdanken. Im Anschluss an einen Freistoß strich Willians Abschluss über die Latte (31.). Auf der Gegenseite lenkte Metalist-Keeper Goryainov einen Schuss von Junior Fernandes an den Querbalken (36.). Erst gegen Ende der ersten Halbzeit gelang es dem Gastgeber, Druck auf die Leverkusener Hintermannschaft auszuüben. Die Gäste hatten Glück, dass ihr Schlussmann Leno einen Kopfball von Cleiton Xavier noch irgendwie aufs Tordach gelenkt bekam (43.).
Aber nur eine halbe Minute nach dem Wiederbeginn ging Metalist in Führung. Die Leverkusener Abwehr verschätzte sich bei einem langen Ball. Nachdem Fininho die Vorlage von Gueye gefühlvoll mit lediglich einem Kontakt weitergeleitet hatte, durfte Cristaldo alleine aufs Bayer-Tor zulaufen und zum 1:0 einschieben. Auch wenn die Gäste mit der Aufstellung eine Niederlage in Kauf genommen hatten, wollte die Elf, die auf dem Platz stand, das Spiel nicht verloren geben und ergriff nach dem Gegentreffer selbst die Initiative in der Offensive. Doch nun agierte Kharkov wie Leverkusen in der ersten Halbzeit: abgeklärt in der Defensive und vorne mit Nadelstichen in Form von Kontern. Und im Gegensatz zu der Gästemannschaft trafen die Ukrainer auch das Tor. Sieben Minuten nachdem bei Bayer der zunächst geschonte Torjäger Kießling eingewechselt worden war (78.), ließ Cleiton Xavier mit einer Körperdrehung Gegenspieler Friedrich stehen und schob zum entscheidenden 2:0 ein (85.).
Senthuran Sivananda
Er lernt jetzt auch schon seit zwei Jahren die deutsche Sprache und kann schon Guten Tag sagen.
— Hans Meyer über seinen ghanaischen Stürmer Lawrence Aidoo