Bayer Leverkusen erreichte mit einem 3:0-Heimsieg gegen Rapid Wien vorzeitig die Zwischenrunde der Europa League. Das Spiel verlief nicht so eindeutig, wie es das Ergebnis vielleicht ausdrücken mag. In der ersten Hälfte ließ die Vorstellung der Rheinländer zu wünschen übrig. Trotzdem blieben sie als einzige Mannschaft im Europapokal ohne Gegentreffer.
Die Entscheidung des Leverkusener Trainerduos Hyypiä/Lewandowski, auf die beiden angeschlagenen Leistungsträger Lars Bender und Kießling komplett zu verzichten und Castro nur auf die Bank zu setzen, konnte jedenfalls nicht als Ausrede für die schwache Leistung der Werkself in der ersten Halbzeit dienen. Denn der frühe Führungstreffer der Bayer-Kicker war eine Koproduktion zweier Spieler, die neu in die Mannschaft gekommen waren. Im Anschluss an einen Eckstoß landete der Kopfball des Kießling-Vertreters Junior Fernandes über den zu weit vor seinem Tor stehenden Rapid-Schlussmann Königshofer an der Querlatte. Den Abpraller brauchte der Bender-Vertreter Hegeler nur noch einzunicken (4.). Nach der Führung entglitt Bayer jedoch das Spiel. Der Zug zum Tor nahm ab, dafür nahmen die Unkonzentriertheiten vor allem in der Defensivarbeit zu. Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr durften sich die Wiener in der Leverkusener Spielfeldhälfte austoben. Und mit zunehmender Spieldauer wurde selbst Rapid, das als einziges der 48 Teams in der Europa-League-Gruppenphase noch keinen einzigen Punkt geholt hatte, immer torgefährlicher. Ein Schuss von Boyd aus knapp zwanzig Metern flog übers Tor (32.). Wenig später setzte der ehemalige Dortmunder Amateur Kulovits in Szene, der alleine vor dem Leverkusener Schlussmann Rensing auftauchte, aber seinen Schuss am rechten Pfosten vorbeisetzte (34.). Und vier Minuten vor dem Pausenpfiff landete ein Trimmel-Kopfball sogar am linken Pfosten.
Zur zweiten Halbzeit schickten die Leverkusener mit Castro zumindest einen der geschonten Leistungsträger aufs Feld. Nach der Pause agierten die Rheinländer wieder konzentrierter und bekamen die Partie schnell in den Griff. Das frühe 2:0 im zweiten Spielabschnitt half der Werkself dabei. Nach einem Freistoß landete Boyds Abwehrversuch bei Schürrle, und der deutsche Nationalspieler versenkte die Kugel per Volleyschuss im Tor (53.). Wenn nicht schon mit dem zweiten, spätestens mit dem dritten Treffer war das Spiel entschieden. Auch das 3:0 fiel im Anschluss an eine Standardsituation. Nach einer Ecke und Topraks Kopfballverlängerung brauchte sein Innenverteidigerkollege Friedrich nur noch einzunicken (65.). Der Rest der Partie war für die Werkskicker lediglich ein besseres Auslaufen. Kurz vor dem Abpfiff durften auch die Österreicher wieder gefährlich vor dem Leverkusener Gehäuse auftauchen. Schlussmann Rensing bekam mit dem Schuss von Pichler (85.) und einer verunglückten Abwehraktion seines eigenen Mitspielers Toprak (90.) Gelegenheiten, sich auszuzeichnen.
Senthuran Sivananda
Manche dachten sicher: Der ist gestört. Ein paar Jahre später sahen sie mich dann im Fernsehen wieder.
— Stefan Effenberg, der als Jugendlicher stundenlang mit dem Fußball gegen die Turnhallenwand gekickt hatte.