Wieder vercoacht: Guardiolas Experiment überfordert City

von Marcel Breuer13:05 Uhr | 30.05.2021
City-Trainer Pep Guardiola überraschte mit seiner Final-Taktik. Foto: Carl Recine/Pool Reuters/AP/dpa
Der Kuss der Silbermedaille war die letzte seltsame Entscheidung von Pep Guardiola an diesem bitteren Finalabend von Porto.

Samstag, 29.05.2021



In den Stunden nach dem erneuten Scheitern am ersehnten Champions-League-Triumph mit Manchester City wollte der rätselhafte Startrainer einmal mehr nicht erkennen, wie er mit einem irritierenden Taktik-Wechsel das Endspiel gegen den FC Chelsea vercoacht hatte. «Warum hast du es wieder vermasselt, Pep?», fragte die «Daily Mail» in fetten Lettern und erinnerte an die neun vergeblichen Anläufe Guardiolas in der Königsklasse seit seinem zweiten Titelgewinn mit dem FC Barcelona im Jahr 2011.



«Ich habe mit meiner Aufstellung das Beste versucht», beteuerte der 50-Jährige. Doch die erstaunliche Abkehr von der Meistertaktik der abgelaufenen Premier-League-Saison raubte den Cityzens im ersten Champions-League-Finale der Clubgeschichte ihre größten Stärken. Guardiola habe «den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn überschritten», ätzte «The Sun» und erkannte in der Wahl der Formation «eines seiner verrückten Professoren-Experimente».

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Nach den drei Halbfinal-Knockouts mit dem FC Bayern ist der Katalane nun zum fünften Mal in Serie mit Man City leer ausgegangen. «Wir werden ab sofort noch härter dafür arbeiten», versprach Guardiola.

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(dpa)

Ich bin aufgewacht, habe aus dem Fenster geguckt, den Schnee gesehen, da war für mich klar: Heute ist kein Training. Doch dann ist der Trainer gekommen und hat gesagt, dass wir raus gehen.

— Boubacar Diarra