Argentiniens Endspiel-Trauma setzte sich fort. Nach dem verlorenen WM-Finale des Vorjahres gegen Deutschland (0:1) ging die Albiceleste als Verlierer des Finales gegen Gastgeber Chile bei der Copa America vom Platz. Drei Mal stießen die Argentinier während der letzten vier Südamerikameisterschaften bis in die Endspiele vor. Zweimal scheiterte man an Brasilien, nun wurden die beherzt zur Sache gehenden Chilenen zum Stolperstein.
Es war kein Finale der großen Torchancen. Beide Teams waren zuvorderst darum bemüht, dem Gegner keinen Raum zu gönnen. Messi konnte sich kaum einmal effektiv in Szene setzen. Sein Teamkollege Lavezzi vergab die bis dahin klarste Möglichkeit des Spiels kurz nach dem Seitenwechsel, als er im Sechzehner frei zum Abschluss kam, den Ball aber exakt auf Chiles Torhüter Bravo platzierte (47.). Auf der Gegenseite fehlte Sanchez etwas Glück, als er einen Volley aus der Drehung am Tor vorbei setzte (82.). In der Nachspielzeit verpasste Higuain am langen Pfosten die Siegchance für Argentinien: Aus zwei Metern, spitzer Winkel, traf er nur ins Außennetz.
Die Verlängerung blieb ebenfalls torlos, es ging ins Elfmeterschießen. Fernandez eröffnete erfolgreich für Chile, dann glich Messi souverän für Argentinien aus. Es sollte der letzte Treffer für die Albiceleste sein. Während Vidal, Aranguiz und abschließend Sanchez auf chilenischer Seite trafen, hämmerte zunächst Higuain das Spielgerät in die zweite Etage, während Banega an Chiles Schlussmann Bravo scheiterte. Der erste Copa-Titel, Chiles erster großer Turnier-Erfolg überhaupt, war perfekt.
Das Spiel um Platz drei ging recht ungefährdet mit 2:0 an Peru. Carrillo (48.) und Guerrero (89.) trafen gegen Paraguay, das sich im Halbfinale eine 1:6-Demontage gegen Argentinien eingefangen hatte.
Nein, die Bayern liegen ja ganz klar in Führung mit einem Punkt!
— Christoph Daum nimmt seine Mannschaft aus dem Rennen