Drei kommen nicht weiter

von Günther Jakobsen16:09 Uhr | 19.06.2014

Von Australien und Kamerun hatte man vielleicht ein Ausscheiden in der Vorrunde erwartet, doch dass der amtierende Weltmeister Spanien nach dem Spiel gegen Chile (0:2) ebenfalls nur noch ein Abschiedsspiel zu absolvieren haben würde, war so nicht zu erwarten.

Das Drama für den Favoriten Spanien gegen Chile nahm seinen Lauf bereits nach 20 Spielminuten, als Vargas einen feinen Spielzug der Südamerikaner abschloss. Spanien kombinierte zwar gewohnt sauber, doch ohne Durchschlagskraft. Chile presste dagegen aggressiv und zeigte sich in den Zweikämpfen überlegen. Als Xabi Alonso auch noch die erste gute Chance für die Del-Bosque-Elf vergeben hatte und das 0:1 gefallen war, tat sich der letztlich ehemalige Weltmeister noch schwerer. Hinzu kam eine schlechte Abwehr von Torwart Casillas nach einem Freistoß von Sanchez, die Aranguiz aufnahm und mit der Pike zum 2:0 für den Geheimtipp vollendete (43.). Im zweiten Durchgang verbesserte sich Spanien zwar, hatte auch mehrere gute Möglichkeiten, vergab aber selbst die Besten davon. Somit hat Spanien nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel des Turniers nur noch das "Freundschaftsspiel" gegen Australien vor der Brust.

Die Kicker aus Down Under wehrten sich verzweifelt gegen ihre zweite Niederlage im Turnier, doch am Ende der Partie gegen die Niederlande stand ein 2:3. Immerhin war Australien sogar durch Cahill (21.) und Jedinaks Handelfmeter (54.) 2:1 in Front gegangen, hatte den Vorsprung des Favoriten durch Robben (20.) gewendet. In der aufregenden Partie aber glich van Persie fulminant zum 2:2 für Holland aus (57.), zudem wendete Depay das Blatt durch eine allerdings haltbaren Schuss aus gut 25 Metern, den Keeper Ryan fatalerweise passieren ließ (66.). Dieser Vorsprung geriet für die Niederlande trotz des Aufbäumens der Aussies, die damit wie Spanien ausgeschieden sind, nicht mehr wirklich in Gefahr.

Auch für Kamerun ist in der Gruppe A das Turnier nach dem zweiten Spiel mehr oder weniger beendet, denn das Achtelfinale ist mit dem 0:4 gegen Kroatien unerreichbar geworden. Ideenlos in der Offensive, anfällig in der Deckung hatte das Team von Volker Finke gegen die "Wolfsburger Fraktion" der Balkankicker nicht den Hauch einer Chance. Olic staubte bereits nach elf Spielminuten zum 1:0 für die konsequenten Kroaten ab, die sich nach dem Platzverweis gegen Song (40.) auch noch in der Überzahl befanden. Perisic wurde zudem in der 48. Minute nicht angegriffen und schob eiskalt zum 2:0 ein, ehe ein Doppelschlag von Mandzukic (61., 73.) die zahmen Afrikaner endgültig ausschaltete. Um das Weiterkommen kämpfen nun vor allem Mexiko und Kroatien im direkten Duell, während Kamerun im letzten Spiel gegen den Veranstalter bestehen muss.



Mir sin noch net im Finale, mir müsset erst Fußball spiele!

— Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, vor dem Pokal-Halbfinale beim Hamburger SV (3:1) in der ARD.