Es reichte nicht ganz

von Günther Jakobsen12:08 Uhr | 22.02.2013

Hannover versuchte alles, konnte jedoch den technisch wie taktisch sehr versierten Gästen nicht den notwendigen zweiten Treffer einschenken. Kurz vor Ablauf der durch äußere Umstände schließlich auf zehn Minuten gestreckten Nachspielzeit machte Anschi mit dem 1:1-Treffer die letzte Hoffnung der 96er aufs Achtelfinale zunichte.

Mirko Slomka wünschte sich natürlich ein frühes Tor. In der ersten Viertelstunde deutete jedoch, trotz intensiven Auftaktes der „Roten“, wenig darauf hin, dass sich die Hoffnung des 96-Coaches erfüllen würde. Machatschkala zeigte seine individuellen Fähigkeiten von Beginn an auf und schien fähig, jeden Fehler der Gastgeber auszunutzen. Nach einer von links herein geschlagenen Flanke Husztis eröffnete sich dann aber in der 15. Minute Abdellaoue eine gute Gelegenheit zum Torerfolg. Der Norweger verpasste das in einer unangenehmen Höhe vorbei fliegende Leder nur knapp mit der Fußspitze. Vielleicht wäre in dieser Situation ein Kopfball die bessere Wahl gewesen. Doch Hannover hatte nun kurzzeitig einen Fuß in der Tür: Nochmals Abdellaoue (20., aus der Distanz links vorbei) und Diouf, dessen Kopfball haarscharf vorbeirauschte, verpassten die Führung nur knapp (23.). Zwischendurch musste man allerdings durchpusten, als Eto’o im 96er-Strafraum der Ball über den Spann rutschte (19.). Nach dieser Phase verebbten die großen Torchancen. Es dauerte bis zur 40. Minute, als Ya Konans Kopfball, nach einer Flanke des sehr präsenten Huszti, wieder Torgefahr andeutete, das Gehäuse jedoch ebenfalls knapp verpasste.

Nach dem Seitenwechsel tat sich Hannover äußerst schwer, das Spiel überhaupt an den gegnerischen Sechzehner zu verlagern. Gabulov musste eine scharfe Flanke Schmiedebachs parieren (46.), ansonsten gingen erste Halbchancen von Anschi aus. Richtig gefährlich wurde es in der 61. Minute, als Zieler gerade noch vor Eto’o an den Ball kam. Den Abpraller erwischte Willian, dessen Heber dann aber das Tor der Niedersachsen verfehlte. Zu diesem Zeitpunkt völlig unerwartet verlieh ein Klassetreffer der „Roten“ der Partie neue Brisanz: Da Silva Pinto, nicht immer ganz glücklich in seinen Aktionen bis dahin, traf Husztis Hereingabe optimal mit dem linken Fuß - Gabulov streckte sich auf dem mittlerweile von beträchtlichem Schneefall weiß bedeckten Boden vergebens (70.). Der zweite Treffer, der Hannover zum Weiterkommen gereicht hätte, lag in der 73. Minute in der Luft - aber auch Gästekeeper Gabulov, als er Husztis Kopfball parierte. Eine Minute darauf ordnete Schiedsrichter Jonas Eriksson den Austausch des Balles an. Das neue Spielgerät, in leuchtend roter Farbe, sollte einen besseren Kontrast, den Umständen angepasst, herstellen. Die Spannung wuchs an; Djourou konnte Traore in Hannovers 16er gerade noch erfolgreich stören (82.). Dann unterbrach Eriksson die Partie für ein paar Minuten. Er ließ Helfer auf den Platz, um die Spielfeldmarkierungen vom Schnee zu räumen (83.). Insgesamt summierte sich die Nachspielzeit auf satte acht Minuten, in denen jedoch nicht Hannover der erhoffte zweite Treffer gelang, sondern Anschi eine Konteraktion durch Traore zum 1:1 abschloss.

André Schulin



Da zieht der Schlappi über die Nationalelf und Beckenbauer her, bezeichnet uns fast als Blinde - und selbst spielt er diesen Bauernfußball.

— Rudi Völler über Klaus Schlappner und Waldhof Mannheim, vgl. Rudi Völler - Gesammelte Werke , Sept. 2003, ,,Der Günter.. die haben doch Standfußball gespielt früher!"