Dass Hoffenheim auf Schalke so deutlich gewann, war die einzige Überraschung des ersten Achtelfinalspieltages im DFB-Pokal. Die Siege des HSV über Köln, von Dortmund in Saarbrücken sowie Kaiserslautern bei der Berliner Union dürften eher erwartet worden sein.
Innerhalb von 14 Minuten wurde der FC Schalke 04 von 1899 Hoffenheim regelrecht auseinander genommen. Zuerst schnitt Herdling eine Flanke aus dem linken Halbfeld durch den S04-16er, kein Feldspieler kam an die Kugel und Schlussmann Fährmann reagierte zu spät, so dass sie einschlug (21.). Beim zweiten Treffer der konterstarken Gäste bereiteten Schipplock und Firminho glänzend vor, Volland vollstreckte am rechten Torraum (32.). Nachdem Jones den Ball dilettantisch gegen Rudy vor dem eigenen Strafraum vertändelte und Firminho mit dem Abpraller allein vor Fährmann auftauchte, hatte der Torwart erneut nur die Aufgabe, den Ball aus dem Netz zu holen (35.). Erst nach einer Stunde Spielzeit wurde Schalke stärker und versuchte ernsthaft das Resultat zu verbessern. Nur zum 1:3 durch Farfan (67.) traf Königsblau jedoch noch, während es die TSG durch Modeste versäumte, das Ergebnis weiter auszubauen.
Der Hamburger SV hatte mit dem 1. FC Köln den Zweitligaspitzenreiter und zudem einen recht unbequemen Pokalgast gezogen. Während die Geißböcke ein Chancenplus erspielten, aber einzig durch Matuschyk nach einem Abwehrfehler trafen (54.), holte der HSV aus wenigen Möglichkeiten zwei Treffer heraus. Zuerst jagte Beister mit einer tollen Volleyabnahme die Kugel noch vor der Pause zum 1:0 für die Hausherren ins Netz (42.), während sich Joker Ilicevic um das Siegtor in der 85. Minute kümmerte. Beim 2:1 wurde die Vorlage von Bardelj sogar noch optimal abgefälscht. Außerdem traf Helmes kurz vor dem Abpfiff den Pfosten. Es war einfach nicht der Abend der Kölner, die mindestens auf Augenhöhe mit dem HSV agierten.
Wenig Probleme hatte Borussia Dortmund mit dem Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Im ausverkauften Ludwigsparkstadion sahen die Zuschauer eine einseitige Partie, wobei Dortmunds B-Elf einzig bei der Chancenverwertung versagte. Im ersten Durchgang traf trotz einem Dutzend guter Gelegenheiten nur Schieber per Kopf nach Flanke von Hoffmann (19.). Nach der Pause erzielte Hoffmann das 2:0 auf Vorlage von Schieber (48.). Dortmund tat danach nur noch das Nötigste.
Auch in der Begegnung zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem 1. FC Kaiserslautern gab es kaum einen Zweifel, wer das Spiel gewinnen würde. Die sich aktuell in einer Krise befindlichen "Eisernen" mussten nach 18 Minuten das 0:1 durch Orban hinnehmen und lagen zur Halbzeit, nachdem Zoller den Ball kurz vorm Pausenpfiff mit der Brust über die Torlinie gedrückt hatte, verdient mit 0:2 zurück. Auch danach beherrschten die Pfälzer Ball und Gegner, legten abschließend, durch die beiden Joker Idrissou und Gaus initiiert, das 3:0 nach (83.).
Zwei Chancen, ein Tor – das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung.
— Roland Wohlfahrt