Auch gegen den FC Sevilla konnte Benfica Lissabon sein Endspieldilemma nicht verscheuchen. Nachdem die zumeist ausgeglichene Partie auch nach gut 120 Minuten kein Tor abgeworfen hatte, spielten bei den Portugiesen im Elfmeterschießen die Nerven nicht mit, zwei Strafstöße konnte FCS-Keeper Beto meistern und nach 2006 und 2007 hatten die Andalusier den Cup erneut gewonnen.
Die Anfangsphase gehörte den schwungvoller startenden Spaniern, doch bis auf ein paar Halbchancen sprang nichts dabei heraus. Der Druck Sevillas ließ im weiteren Verlauf dann auch stetig nach und die Partie verlagerte sich ins Mittelfeld, weil die Risikopässe in die Spitze fehlten, zu viele Fehlpässe den Spielfluss hemmten und die Abwehrreihen mit den Flanken aus dem Halbfeld und abgeblockten Distanzschüssen keine Probleme hatten. Höhepunkte ergaben sich bestenfalls aus den intensiv geführten Zweikämpfen, die jedoch keinen Raumgewinn einbrachten. Benfica generierte gegen Ende der ersten Halbzeit zwar noch ein paar aussichtsreiche Szenen vor dem FCS-Kasten, doch entweder war Schlussmann Beto zur Stelle oder es wurde schlecht gezielt.
Fast wäre den Portugiesen zu Beginn des zweiten Abschnitts durch einen Lima-Kopfball ein erfolgreicher Start geglückt, doch Pareja rettete auf der Torlinie für seinen Keeper (47.). Weitere Versuche Benficas wurden kurz danach - wie sooft - abgeblockt. Doch es wurde auch von Sevilla wieder mehr gewagt, allerdings scheiterte der wuselige Reyes zweimal hintereinander. Auch sein dritter Versuch in Folge führte nach 61 Minuten nicht zum Erfolg. Zeitweise wusste sich Lissabon kaum zu befreien, hielt seinen Laden aber letztlich dicht und kam selbst in der letzten Viertelstunde der regulären Spielzeit wieder etwas stärker auf. Die beste Möglichkeit vereitelte Beto gegen Limas gefährlichen Abschluss (84.).
In der anschließenden Verlängerung hatten nur Bacca (101.) und Gameiro (110.) mittelprächtige Torchancen, ansonsten setzten beide Teams sichtbar aufs Elfmeterschießen, gingen kein Risiko mehr ein. Während Sevilla dabei vom Punkt viermal traf, versagten Cardozo und Rodrigo für Benfica mit schlapp getretenen Elfern, die Beto meisterte. Nachdem Gameiro, der für den kurzzeitig aufgebotenen Marin eingewechselt worden war, getroffen hatte, waren die achte Finalniederlage der Portugiesen seit 1962 sowie der dritte EL-Titel Sevillas innerhalb der letzten acht Jahre besiegelt.
Der österreichische Fußball ist sukzessive in eine schwierige Situation geschlittert, weil sehr viele durchschnittliche Ausländer gekauft worden sind. Da fahren Vereinspräsidenten an den Plattensee auf Urlaub und bringen sich dann vier Kellner mit.
— Christoph Daum