Torflut in zweiter Halbzeit

von Günther Jakobsen13:26 Uhr | 07.08.2015

Im Gegensatz zum 1:0-Hinspielsieg beim Wolfsberger AC, als Dortmund in der zweiten Spielhälfte Probleme bekam, schossen die Schwarzgelben vor eigenem Publikum den WAC in Halbzeit zwei mit 5:0 vom Platz. Als letzte Hürde vor dem Europa League-Einzug wurde dem BVB Norwegens Drittplatzierter der letzten Saison, Odds BK (aus Skien) für die Play-offs zugelost.

Die ersten 45 Minuten verliefen unbefriedigend, aus Dortmunder Sicht. Wie schon im Hinspiel hatte man keine Probleme, die harmlose Wolfsberger Angriffsreihe auszuschalten. Und der BVB-Keeper - diesmal Weidenfeller anstelle von Bürki - sollte sogar über die gesamte Spieldauer ohne ernsthafte Bewährungsprobe bleiben. Was jedoch beim Gang in die Pause negativ anzumerken war, waren die schlechte Chancenverwertung sowie einige nicht recht nachvollziehbare Entscheidungen von Schiedsrichter Avram, der beispielsweise ein elfmeterwürdiges Foul an Reus nicht als solches anerkannte und ebensowenig einen Treffer Kagawas (42.). Für die ausgesprochen passiven Gäste konnte lediglich Schlussmann Kofler (26., stark gegen Aubameyangs Kopfball) gute Noten einheimsen.

Weil der BVB im zweiten Spielabschnitt aber vieles besser machte, musste Wolfsbergs Keeper den Ball weitaus öfter aus dem Netz fischen, als nach dem zähen ersten Abschnitt zu erwarten war. Schon drei Minuten nach Wiederanpfiff leiteten Gündogan und Mkhitaryan den 1:0-Führungstreffer gradlinig ein. Der Armenier spielte abschließend von links einen Querpass in den Gästesechzehner. Reus schoss gegen den Lauf des Torwarts ein. Die Aktionen der Schwarzgelben wurden nun zwingender. Nach Gündogans Pass in die Tiefe war Aubameyang völlig blank und vollstreckte per Lupfer zum 2:0 (64.) - dann schraubte Mkhitaryan das Resultat in die Höhe: In der 73. Minute haute der Armenier den Ball mit einem Linksschuss aus gut 18 Metern ins kurze rechte Eck, in der 82. Minute mit rechts ins kurze linke Eck und schließlich erneut mit rechts zum 5:0-Endstand flach in die linke Torhälfte (86.). "Wir haben uns in den zweiten 45 Minuten disziplinierter in den Räumen gezeigt, in denen wir kombinieren wollten. Wir konnten schnellere Passfolgen spielen, haben öfter zwischen die Linien gespielt", machte Thomas Tuchel als Verbesserung in der zweiten Halbzeit aus. "Dortmund hat mehr als einen Klassenunterschied deutlich gemacht. Nach dem zweiten Tor sind wir zusammengebrochen", erklärte WAC-Trainer Dietmar Kühbauer.



Es waren die besten Spieler dabei.

— Bundestrainer Berti Vogts nach dem WM-Aus 1994 gegen Bulgarien