Überraschung nur durch Lautern

von Günther Jakobsen11:05 Uhr | 13.02.2014

Während drei der vier Viertelfinals im DFB-Pokal teils knapp, aber ohne Überraschung beendet wurden, wobei der FC Bayern den HSV erwartungsgemäß deutlich abkanzelte, gab es für Leverkusen daheim gegen den Zweitligisten Kaiserslautern ein böses Erwachen.

Natürlich war Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt favorisiert, doch die Hessen machten es den Gästen wahrlich nicht leicht. Der BVB kam nur schwer in die Gänge, holte aber bereits vor der Pause die besseren Torchancen heraus. Frankfurt verpasste nach dem Seitenwechsel die Führung in einer guten Phase, ehe sich die Borussen wieder stärker behaupteten und in den Schlussminuten die Entscheidung erzwangen. Nach einem Eckball leitete Kehl die Kugel per Kopf vom ersten auf den zweiten Pfosten, wo der freistehende Aubameyang nur noch einzunicken brauchte (83.). Diesen Vorsprung ließ sich der BVB selbstredend nicht mehr nehmen.

Als doppelter Elfmeterschütze hatte Ricardo Rodriguez vom VfL Wolfsburg erheblichen Anteil am Weiterkommen seines Teams bei 1899 Hoffenheim. Nach einem Foul von Vestergaard am überragenden de Bruyne verwandelte Rodriguez erstmals vom Punkt (26.). Der VfL beherrschte danach zwar Ball und Gegner, musste aber überraschend den Ausgleich durch Firminho (39.) nach einem groben Abwehrfehler von Ochs hinnehmen. Da Süle Rodriguez kurz danach ebenfalls von den Beinen holte, durfte der Gefoulte erneut antreten und stellte sicher den 2:1-Halbzeitstand her (44.). Im spannenden Hin und Her nach der Pause erhöhte Wolfsburg durch Dost (64.) auf 3:1, der Vorentscheidung - trotz der Gelb-Roten Karte für den Doppel-Elfmeterschützen (70.). Das 2:3 durch Firminho in der Schlussminute kam zu spät für eine Wende der Sinsheimer.

Drei Treffer von Mandzukic (22., 74., 76.) sowie die Tore von Dante (26.) und Robben (54.) summierten sich zu einem erwartbaren 5:0-Erfolg des FC Bayern München beim krisengeschüttelten Hamburger SV, der in keiner Phase der Partie eine echte Chance auf eine Überraschung besaß. Zu allem Übel musste der HSV nach 40 Minuten auch noch Spielmacher van der Vaart verletzt ersetzen, während beim FCB in der 65. Minute Bastian Schweinsteiger nach langer Verletzungspause erstmals wieder eingewechselt wurde.

Weniger im Plan war, dass Bayer 04 Leverkusen vor eigenem Publikum gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern mit einer Nullnummer in die Verlängerung musste. Die vor allem offensiv wenig kreative Werkself hatte zwar zuerst Glück, dass Idrissou einen Foulelfmeter neben das Tor schoss (98.), doch mit einer tollen Direktabnahme sorgte Linksaußen Jenssen in der 114. Minute nach Flanke von Idrissou für die Entscheidung in einer Partie, in der Lautern kompakt und diszipliniert die enttäuschenden Gastgeber anrennen ließ und nicht unverdient selbst den entscheidenden Schlusspunkt setzte.

Allerdings muss Lautern im Halbfinale beim hohen Favoriten FC Bayern antreten, während sich Wolfsburg Mitte April auf den Weg nach Dortmund machen wird.



Das Urteil wegen Körperverletzung war ein Witz, das war eine verbale Auseinandersetzung.

— Ansgar Brinkmann