Vor dem Mobbing gegen VfB-Star Stiller – Die größten Holland-Skandalspiele

Wenn der VfB Stuttgart am Sonntag beim Hamburger SV gastiert, muss er erst mal das skandalöse 4:0-Auswärtsspiel in der Europa-League-Ligaphase bei Go Ahead Eagles Deventer abschütteln. Es war nicht das erste deutsch-niederländische Duell in diesem Wettbewerb respektive im Europacup, das seit 1995 dicke Negativ-Schlagzeilen schrieb…

Angelo Stiller
Stuttgart•Mittelfeld•Deutschland
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Bundesliga
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Nein für die Vorkommnisse rund um das Spiel Go Ahead Eagles Deventer gegen den VfB Stuttgart gibt es nur einen Begriff.
„Das ist hochgradig asozial“, so schilderte es RTL-Kommentator Cornelius Küpper – und was soll man sagen? Er hat Recht!
Dass sich der schwedische GAED-Profi Victor Edvardsen (29) im Spiel gegen den VfB (0:4) über die Nase von VfB-Nationalspieler Angelo Stiller lustig machte, war ein tieferer Tiefpunkt in der deutsch-niederländischen Rivalität im Europapokal seit 1995.
Go Ahead Eagles vs. VfB Stuttgart: „Das ist Mobbing“
„Das ist Mobbing, das ist eine ernste Angelegenheit“, schimpfte Champions-League-Sieger Wesley Sneijder (41) bei Ziggo Sport.
Eine „ernste Angelegenheit“ waren auch die Polizeiwillkür gegen angereiste VfB-Fans – und einige Partien im UEFA-Cup, in der Champions League und im Pokalsiegercup in der Vergangenheit.
- 1995 zeigten Feyenoord-Fans im Düsseldorfer Rheinstadion im Pokalsieger-Duell ihres Teams gegen Borussia Mönchengladbach (1:1) ein sinnfreies Plakat mit dem Titel „Ein Volk, ein Reich, ein F`noord.“
Zum Fremdschämen.
Feyenoord, immer wieder Feyenoord.
Die Erstrunden-Partie der Niederländer beim VfB Stuttgart (3:1) endete mit einem frechen Spruch von Feyenoord-Trainer Leo Beenhakker († 10. April 2025). Die Frage, wie dem deutschen Fußball zu helfen sei, beantwortete Beenhakker – wohl auch im Überschwang der Gefühle und des sicher geglaubten Weiterkommens – so: „Haben Sie eine Stunde Zeit?“
Haben Sie eine Stunde Zeit? Für Feyenoord gegen den VfB? Denn die so in ihrer Ehre gekränkten Schwaben gewannen das Rückspiel im Stadion „De Kuip“ mit 3:0.
Es war eine der wenigen Sternstunden für den VfB Stuttgart unter dem bei den Fans unbeliebten Trainer Winfried Schäfer.
Ein Jahr später traf Fredi Bobic wieder im „De Kuip“ – Dieses Mal für den BVB bei Feyenoord (1:1) in der Champions League.
- BVB-Fans war im Vorfeld der Partie von der Anreise nach Rotterdam abgeraten worden. Einige schlichen sich dann doch in „De Kuip“ und duften den Ausgleich von Bobic bejubeln.
- Auch bei PSV Eindhoven gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:1) im UEFA-Cup-Viertelfinale 2001 probten Hooligans im Philips Stadion den Platzsturm. Die Partie wurde unterbrochen, Lautern schaffte es am Ende unter chaotischen Zuständen ins Halbfinale.
Das solche Vorkommnisse keine Einzelfälle sind, dürfte beim VfB Stuttgart wohl kaum jemanden beruhigen.
„Es bleibt festzuhalten“, sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zu BILD (Samstags-Ausgabe), „dass wir als Klub über das normale Maß hinaus hart angegangen worden sind. Das betrifft die Ereignisse vor dem Spiel genauso wie die Endphase der Partie.“


