Diese Spieler kassierten nur Niederlagen

von Carsten Germann18:34 Uhr | 05.11.2021
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Nick Viergever (32) hat noch Hoffnung. Der Niederländer fehlt der SpVgg Greuther Fürth nach einer Sprunggelenksverletzung. Eine traurige Rekordmarke bleibt dem von der PSV Eindhoven verpflichteten Innenverteidiger allerdings vorerst: Er gehört zum exklusiven Kreis an Bundesliga-Spielern, die nur Niederlagen kassierten. Stand der Daten: 5. November 2021.

Hamburgs Fußball-Idol Uwe Seeler feierte am Freitag seinen 85. Geburtstag. An die Saison 2013/2014 mit „seinem HSV“ wird sich der rüstige Jubilar nur ungern erinnern. Die Hamburger sprangen dem Abstiegsgespenst damals nur dank der Auswärtstor-Regel im Relegations-Duell mit der SpVgg GreutherFürth (0:0 / 1:1) von der Schippe.

Ola John – Ein Leihspieler, der dem HSV nie eine Hilfe war

Auf dem Weg in ihre erste Relegation lieferten sie Auftritte, bei denen man das Gefühl hatte, der HSV wolle das Stadion im Volkspark leer spielen. Wie am 26. Januar 2014, beim 0:3 gegen Schalke 04. Damals debütierte bei den Hanseaten der Niederländer Ola John. Der HSV hatte ihn im Winter von Benfica Lissabon ausgeliehen. Ob HSV-Trainer Bert van Marwijk mit ihm und dem von Juventus Turin geliehenen Ouasim Bouy - auch ein Hardcore-Fehltransfer des HSV - eine Holland-Kolonie in Hamburg etablieren wollen, wissen wir nicht.

Was wir aber wissen: Ola John verlor alle seine acht absolvierten Bundesliga-Spiele. Unter van Marwijks Nachfolger Mirko Slomka wurde er nur noch vier Mal eingesetzt. Bis 2017 lieh Benfica den inzwischen 29-Jährigen noch drei Mal aus, seit 2021 spielt John bei Al-Hazem in Saudi-Arabien.

Neben den beiden Fürthern Viergever und Cedric Itten ist Ola John einer von sechs Bundesliga-Profis, die alle sieben Spiele verloren. Den Anfang machte 1965/66 Erwin Bruske (85) beim Rekord-Schlusslicht Tasmania Berlin. Er wirkte erstmals bei der ersten von 28 (!) Niederlagen des Zwangsaufsteigers mit – 0:5 bei Borussia Mönchengladbach. Nach 0:5 in Hannover (24. Spieltag) wurde er nicht mehr eingesetzt.

Trauriger Rekord: Kursinski kam nie auf Kurs

Peter Kursinski spielte von 1975 bis 1977 zwar für die „Unabsteigbaren“ vom VfL Bochum, aber eben nicht für die Unbesiegbaren. Der heute 65-jährige Stürmer machte insgesamt nur zehn Erstliga-Spiele. Im August 1975 kam er nach zwei Niederlagen gegen Werder Bremen (0:3) und Fortuna Düsseldorf (0:1) über Monate nicht zum Einsatz. Auswärts lief es für Kursinski auch im Februar 1976 nicht besser: Zwei Spiele, zwei Niederlagen in Düsseldorf und Offenbach. Wieder zum Zug kam er erst im März 1977, mit zwei Mal 0:2 gegen Bremen und beim 1. FC Kaiserslautern. Am 6. Mai 1977 musste Kursinski im siebten Spiel mit Bochum die siebte Niederlage hinnehmen – 1:6 beim 1. FC Köln. Auch die übrigen drei Liga-Spiele verlor er. Kein anderer Bundesliga-Spieler machte mehr Spiele, ohne dabei mindestens einmal zu gewinnen...

Marco Kostmann (55) arbeitet heute als Torwart-Trainer bei Arminia Bielefeld in der Bundesliga. Der Ex-Profi aus Rostock kam 1992/93 über den 1. FC Saarbrücken ins „Oberhaus“ – und verlor alle seine sieben Spiele – bei 22 Gegentoren und keiner einzigen Partie ohne Gegentor. Ob mit oder ohne Kostmann – Saarbrücken stürzte mit neun Niederlagen in Folge in die 2. Liga. 



Die Zitrone hat im Sommer genug Zeit gehabt, um zu reifen. Jetzt ist wieder Presszeit.

— Christoph Daum, Trainer des VfB Stuttgart, startet in die neue Saison 1992/93...