Weltmeister Sergio Ramos bei PSG: Ein Verlierer des Jahres 2021

von Carsten Germann13:35 Uhr | 23.12.2021
Foto: Imago

Frankreichs Tabellenführer Paris St. Germain hat sich am Mittwochabend mit einem späten 1:1 beim FC Lorient in die kurze Weihnachtspause verabschiedet. Einer sah dabei unglücklich aus: Welt- und Europameister Sergio Ramos (35). Er sah, obwohl erst in der 46. Minute für Nuno Mendes eingewechselt, nach 86 Minuten Gelb-Rot.

Der Platzverweis will irgendwie zum schwachen Jahr des Sergio Ramos passen. Der nicht für die EURO 2021 nominierte Abwehrspieler hatte sich von seinem Wechsel von Real Madrid zu Paris St.-Germain im Herbst seiner Karriere sicherlich mehr versprochen.

1 Startelf-Einsatz

Verletzungen warfen den Europameister von 2008 und 2012 immer wieder zurück. Ein Meniskusriss und ein Muskelfaserriss zwangen Ramos lange zum Zuschauen. Mit dem 3:1 zum Debüt gegen den französischen Noch-Rekordmeister AS St. Etienne am 15. Spieltag (!) der Ligue 1 schien die Leidenszeit vorbei zu sein. Ramos stand endlich in der Startelf von PSG – um direkt danach mit muskulären Problemen wieder in den Krankenstand zu müssen. „Der Neuzugang isolierte sich zunehmend, fand gerade zu Beginn seines Engagements in Paris kaum den Weg zu den Kollegen“, analysierte das Kicker-Sportmagazin (Montag-Ausgabe) und spekulierte auf einen Abgang im Winter.

Die Zahlen sprechen gegen Ramos‘ Verbleib in Paris.

  • ·        Zwischen 2005 und 2014 spielte Ramos für Real Madrid nie weniger als 3.000 Minuten
  • ·        2011/2012 absolvierte Ramos bei Real Madrid noch 4.029 Einsatzminuten (90 Prozent der möglichen Spielzeit)
  • ·        Es war dies der höchste Wert in seiner gesamten Karriere
  • ·        2020/2021, in seiner letzten Saison bei Real, war die Einsatzzeit mit 1.698 Minuten und 83 Prozent immer noch gut
  • ·        In nach Paris sah Ramos nur 130 Minuten im Einsatz, bei einer Sieg-Quote von 50 Prozent 

„Ein Tiefpunkt“, schrieb der Kicker über den Mann, der mit Real Madrid vier Mal die Champions League gewonnen hatte. Unter die Gewinner in 2021 kann Sergio Ramos sicher nicht gerechnet werden. Für ihn und für PSG könnte das Wiedersehen mit Real Madrid Anfang 2022 in der Champions League ein Wendepunkt sein.

„Das Schicksal ist launisch“, kommentierte Ramos die Auslosung des Achtelfinales, „ich hätte mir einen anderen Gegner gewünscht. Jeder weiß, wie sehr ich Madrid und seine Fans liebe.“ Das klang nicht nach einem Liebesbeweis für PSG und seine Anhänger… 



Was heißt hier: Freunde? Das ist im Fußball ein sehr schwammiger Begriff!

— Jürgen Grabowski